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Rezession der deutschen Wirtschaft: Befindet sich Deutschland bereits in den Startlöchern für eine schnelle Erholung?

ING Investment Management
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Kommentar von Carsten Brezski, Senior Economist, ING BELGIUM SA/NV - Economic Research

Last in, first out?

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in der tiefsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten sind jedoch nach wie vor solider als in den meisten anderen Ländern der Eurozone. Befindet sich Deutschland bereits in den Startlöchern für eine schnelle Erholung?


Nach einem totalen Exporteinbruch schrumpfte die Wirtschaftsleistung des Landes im Schlussquartal 2008 um 2,1% zum vorhergegangenen Quartal ‑ der stärkste Rückgang seit 1987. Während Deutschland der Finanzkrise länger trotzen konnte als jede andere Industrienation, befindet sich das Land nun im Sog der untrennbar verflochtenen Finanz- und Wirtschaftskrise. Auf kurze Sicht lässt sich kaum ein Hoffnungsschimmer für eine schnelle Erholung ausmachen. Zwar verlangsamte sich unlängst das Tempo der Konjunkturabschwächung, doch weisen sämtliche Wirtschaftsindikatoren nach wie vor nur in eine Richtung: nach unten. Bedeutet dies nun, dass Deutschland erneut eine Flaute durchmacht wie zu Beginn des neuen Jahrhunderts?

Seit Mitte der 1990er Jahre wird das Wachstum in Deutschland von den Exporten angetrieben. Die Produktspezialisierung deutscher Exporteure und mehrere Jahre, in denen die Betriebe in Deutschland ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Kostensenkung steigerten, machten das Land zu einem der größten Nutznießer der Globalisierung. Deutschland mag zwar seit 1990 keine Weltmeisterschaft mehr im Fußball gewonnen haben, im Export ist es aber seit Jahren Weltspitze. Nun ist das Land jedoch mit der Kehrseite dieses Erfolgs konfrontiert. Der deutsche Exportsektor leidet arg unter der globalen Krise und treibt die gesamte Wirtschaft des Landes in eine Rezession. Bereits im 4. Quartal des Vorjahres waren die Exporte der Hauptgrund für die deutlich schrumpfende Wirtschaftsleistung, und auch in diesem Jahr dürften die Ausfuhren das Wachstum erheblich belasten. Angesichts der drastischen Konjunkturabkühlung und Finanzturbulenzen in Osteuropa, eine Region, in die rund 10% sämtlicher deutscher Exporte gehen, schwächelt nun auch der letzte Exportmarkt des Landes. Dem Wachstumsmotor der deutschen Volkswirtschaft geht der Sprit aus. Eine Stabilisierung der Wirtschaft in 2009 hängt daher von der Binnennachfrage ab.

Im Gegensatz zu früheren Erholungsphasen konnte der deutsche Verbraucher während des letzten Aufschwungs im 21. Jahrhundert nicht als Wachstumsquelle "angezapft" werden. Selbst eine beeindruckende Erholung am Arbeitsmarkt sowie steigende Löhne und Gehälter rief keine Kauffreude hervor. Zunächst sorgte die Inflation für geringere Konsumbereitschaft und dann kam die Finanzkrise. Darüber hinaus leidet der Privatkonsum in Deutschland unter einem chronischen Sparwunsch der Bevölkerung. Die Sparquote deutscher Privathaushalte ist eine der höchsten weltweit. Umso mehr überrascht es daher, dass die deutschen Verbraucher nun der Rezession die Stirn bieten. Während die deutsche Industrie zweistellige Rückgänge bei den Neuaufträgen zu verzeichnen hat, überrascht der Verbraucher mit gesteigerter Konsumfreude. Die Kaufbereitschaft ist in den letzten Monaten gestiegen. Obgleich ein allmählicher Anstieg der Arbeitslosigkeit den Privatkonsum dämpfen könnte, beschert die aktuell niedrige Inflationsrate den Verbrauchern zusätzliche Mittel, vergleichbar mit der Wirkung einer MwSt-Senkung um 3%. Der Privatkonsum könnte also die Überraschung des Jahres werden.

Rechtlicher Hinweis
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Diese Publikation wurde teilweise bzw. vollumfänglich von Analysten verfasst, die nicht in Großbritannien ansässig sind und daher nicht unter die ING Bank London Branch Research Policy fallen, die gemäß FSA Rule COB 7.16.5R (2) aufgestellt wurde. Daher gilt diese Publikation nicht als „UK Independent Research“ im Sinne dieser Policy.


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    ING Investment Management ist der globale Asset Manager der ING-Gruppe. Mit annähernd Euro 400 Milliarden Euro Assets under Management, vertreten in 31 Ländern in Europa, Asien und Nord-, Mittel- und Südamerika und mehr als 2.500 Experten, gehört ING Investment Management (ING IM) weltweit zu