Obwohl Solvency II voraussichtlich erst 2009 oder 2010 offiziell und regulatorisch in Kraft treten wird, sind die Vorbereitungen in vielen Versicherungsgesellschaften angelaufen. Wie gut die Versicherungen schon jetzt gerüstet sind, welche Herausforderungen und welche Stolpersteine gesehen werden, beleuchtet die aktuelle Benchmarkstudie zum Thema.
Die Autoren Frank Romeike (RiskNET) und Prof. Dr. Matthias Müller-Reichart (Lehrstuhlinhaber für Risiko-Management des Studienganges Financial Services, FH Wiesbaden) sind bei der Frage nach den größten Herausforderungen bei der Umsetzung von Solvency II vor allem auf zwei Punkte gestoßen: Daten und Menschen.
- Ein umfassendes und tragfähiges Risikomanagement braucht Datenkonsistenz, Datenintegrität, schnelle Zugriffe und Flexibilität bei Auswertung und Reporting. Das in vielen Versicherungen vorherschende Sammelsurium von häufig eigen entwickelten und auf unterschiedlichen Systemen laufenden Programmen und Systemen kann dieses Ziel nur bedingt unterstützen.
- Neben einer notwendigen Investition in risikoadäquate IT- und Datenstrukturen muss aber auch das Humankapital in den Versicherungsunternehmen auf Solvency II vorbereitet werden. Exzellente Risikospezialisten, die sich perfekt mit hochkomplexen Risikomodellen oder der dynamischen Finanzanalyse auskennen, stellen für die Assekuranz der Zukunft zweifellos einen wesentlichen Wettbewerbsfaktor dar.
Grundlage der Analyse waren 120 detaillierte Online-Fragebögen, die von Vorständen und Risikomanagern der Assekuranz in Deutschland, der Schweiz und in Österreich ausgefüllt wurden, sowie 17 vertiefende Interviews mit Vorständen und Risikoverantwortlichen aus der Branche.
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