Versteht man Führung nicht als Ergebnis abstrakter Persönlichkeitseigenschaften, sondern als Ereignis, das zwischen konkreten Menschen stattfindet, als eine Beziehung, die sich ändern kann, die funktioniert oder nicht funktioniert, dann wird klar, dass die Idee der Lernbarkeit für Führung inadäquat ist. Führung lässt sich nicht lernen, weil jeder letztlich nur auf seine Weise führen kann. Diese Aufgabe ist nur individuell zu erfüllen. Jeder Einzelne muss Beziehungen auf seine Weise gestalten. Es gibt da nichts, was von anderen so und genau so gemacht würde oder gemacht werden sollte. »Führen lernen« besteht mithin nicht darin, nachzumachen, was ein anderer tut. Bestenfalls ist zu sagen: Führen ist Lernen ‑ Lernen des Einzelnen unter den jeweils spezifischen Umständen. Und auch nur dann ist Führen souverän: als Tätigkeit der ausdrücklich selbstbewussten, nicht kopierten Individualität.
Führen kann man nicht lernen. Führen ist Lernen.
Lesen Sie das Kapitel "Bildung oder warum man Führung nicht lernen kann" aus dem Buch von Dr. Reinhard K. Sprenger "Wege aus der Krise: Die Mitarbeiterführung der Zukunft" mit freundlicher Genehmigung des Campus Verlags.
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