Inflation in Asien ist kein Grund zur Sorge
Expertenkolumne von Catherine Yeung (Investment Director Asia / Fidelity)Inflation kein Grund zur Sorge
In Asien ist die Inflation zwar auf dem Vormarsch, doch das sollte Anleger nicht beunruhigen. In letzter Zeit steht vor allem China im Fokus. Dort wird ein verstärkter Preisauftrieb beobachtet, der jedoch im Kontext kräftig steigender Löhne und Gehälter zu sehen ist. Die Verantwortlichen in China sind sich der Probleme bewusst und haben schon bei früheren Anlässen gezeigt, dass sie sich nicht scheuen, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um die Inflation im Zaum zu halten. Auch saisonale Faktoren sind zu berücksichtigen, wenn wir über die Inflation in Asien sprechen. Wir können das Thema nicht nur durch die europäische Brille sehen. Bei allen Schwierigkeiten geht es den Ländern in der Region wirtschaftlich gut, und daran dürfte sich vorerst wenig ändern.
Aus europäischer Sicht erscheinen die Inflationsraten in Asien zurzeit recht hoch. So wird beispielsweise aus China aktuell eine Teuerungsrate von rund 5 % gemeldet. Man muss solche Zahlen aber im Zusammenhang sehen. Viele asiatische Volkswirtschaften verzeichnen eine starke Wachstumsdynamik. In China wird für 2011 ein Wirtschaftswachstum von 7-9 % für möglich gehalten. Zudem sind die Mindestlöhne in vielen Regionen um etwa 20 % angehoben worden, und auch der allgemeine Lohnanstieg ist mit rund 10 % im Jahr beeindruckend hoch. Bei diesem Tempo würde sich der Durchschnittslohn in China in den nächsten sieben Jahren potenziell verdoppeln. Trotz des Inflationsdrucks, der dadurch sicher entstünde, wäre das im Grunde eine positive Entwicklung. Höhere Löhne bedeuten, dass die chinesischen Arbeiter auch höhere verfügbare Einkommen und damit die Möglichkeit haben, mehr Geld für Güter und Dienstleistungen auszugeben, ungeachtet einer gewissen Inflation als Nebeneffekt.
Der landesweite Durchschnittslohn könnte sich in den nächsten 7 Jahren verdoppeln.
Andere Faktoren, wie das Wetter und die Lebensmittelpreise, fallen in Asien stärker ins Gewicht als in Europa. So fließen dort beispielsweise die Lebensmittelpreise mit 30 % in den Verbraucherpreisindex ein – das ist ein etwa doppelt so hoher Anteil wie in den USA. Auch das Wetter spielt für die Inflation in Asien eine Rolle, da ungünstige Witterungsverhältnisse, besonders in der Zeit des Monsuns, die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben können. In Asien sind die Preise von Lebensmitteln von so großer Bedeutung, dass häufig der Reispreis anstelle der Inflationsrate angeführt wird (in Indien der Preis von Zwiebeln). Man sollte also, die Inflation in Asien nicht nur aus europäischer Perspektive betrachten. [...]
Die vollständige Kolumne von Catherine Yeung finden Sie hier!
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.



