Trotz Mini-Wachstum - Keine Rezession der deutschen Wirtschaft in Sicht
Die Euro-Schuldenkrise und eine schwächelnde Weltkonjunktur setzen auch der deutschen Wirtschaft zu. Für 2012 rechnen Volkswirte nur noch mit einem Mini-Wachstum. Eine länger anhaltende Rezession, wie sie bereits für einige Länder Europas erwartet wird, dürfte ausbleiben. Allenfalls im Winter könnte der Konjunkturaufschwung kurzzeitig ins Stocken geraten, bevor es im Frühjahr 2012 wieder bergauf geht.
Der deutschen Wirtschaft geht es gut. Nie zuvor waren in Deutschland mehr Menschen in Arbeit. Und auch die Exporte legen weiter zu. Trotz der Sorgen um die Konjunktur führte die deutsche Wirtschaft im September Waren im Wert von 95 Milliarden Euro aus – 10,5 Prozent mehr als im September 2010. Auch die Importe stiegen kräftig – im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,6 Prozent auf 77 Milliarden Euro. Noch scheint die Abkühlung auch bei den Konsumenten nicht angekommen zu sein. Die Deutschen geben ihr Geld derzeit bereitwillig aus. Der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) monatlich ermittelte Index kletterte erneut leicht nach oben.
Allerdings hat sich der sehr niedrige Negativ-Saldo des Konjunkturbarometers im Dezember um 1,4 Punkte auf minus 53,8 Punkte verringert. Die leichte Verbesserung könnte nach Ansichten des ZEW ein vorläufiges Ende des nunmehr neunmonatigen Abwärtstrends bedeuten. "Bei den Konjunkturerwartungen scheint die Bodenbildung erreicht worden zu sein”, kommentiert ZEW-Präsident Wolfgang Franz die Ergebnisse. Die Finanzmarktexperten würden zwar mit einer geringeren Dynamik rechnen, aber nicht mit einem Absturz der deutschen Wirtschaft im nächsten halben Jahr. Dennoch könnte das Bruttoinlandsprodukt sogar leicht schrumpfen, bevor es im Verlauf des Jahres 2012 wieder zulegt.
Weniger Exporte und die drastischen Sparmaßsnahmen vieler Euro-Staaten dürften dem bislang aussergewöhnlichen Wachstum der deutschen Wirtschaft vorübergehend einen Dämpfer verpassen – davon geht auch das ifo-Institus aus. Ein Lichtblick allerdings bleibt: Der private Konsum wird nach Ansicht der Münchner Volkswirte dank der guten Arbeitsmarktlage und der stabilen Einkommenssituation vieler Haushalte robust bleiben und dafür sorgen, dass Deutschland – anders als viele europäische Nachbarländer – am Ende nicht in eine Rezession gerät. Insgesamt dürfte die deutsche Wirtschaftsleistung laut dem ifo-Institut im nächsten Jahr um 0,4 Prozent zunehmen.
Die vergleichsweise stabile Verfassung der heimischen Wirtschaft könnte dafür sorgen, dass Investoren auch 2012 deutsche Aktien bevorzugen. Denn aufgrund des Know-hows und der Spezialisierung vieler Unternehmen auf Nischenmärkte bleiben Produkte „Made in Germany“ auch in Krisenzeiten gefragt. Mit dem DWS Deutschland, DWS Dividende Deutschland Direkt 2014 oder DWS Atien Strategie Deutschlandsetzen Anleger auf die besten und aussichstreichsten Aktien deutscher Top-Unternehmen.