Eine brisante Frage, die von Unternehmen, Rating-Agenturen und dem Gesetzgeber bisher nicht befriedigend beantwortet werden konnte. Zur Zeit wird im Rahmen der IAS-Weiterentwicklung intensiv über Möglichkeiten eines objektiven und transparenten Bilanzausweises von „intangible assets“ diskutiert. Somit könnte prospektiv auch der immaterielle Vermögensgegenstand Marke in den Bilanzen endlich den ihm zustehenden Platz einnehmen. Allerdings existieren heute unendlich viele Markenbewertungs-Vorschläge auf dem Markt, die vielfach gravierende methodische Defizite aufweisen. Daher wird der Werttreiber Marke als größtes Kapital des Unternehmens auch im Rahmen des Unternehmens-Rating immer noch eklatant unterschätzt. Tatsächlich erzielen jedoch Unternehmen mit starken Marken eine wesentlich höhere Bewertung ‑ so beträgt z. B. die Marktkapitalisierung der Coca-Cola Company fast 110 Mrd. Dollar, also mehr als das 8-fache des aktuellen Buchwertes.
Der Artikel macht deutlich, dass die Werthaltigkeit des „Kreditpfandes“ Marke zur Bonitätseinstufung eines Unternehmens nur dann zuverlässig erfasst werden kann, wenn die Marke systematisch in allen ihren Lebensäußerungen analysiert und durch ein ganzheitliches, vernetztes Risikomanagement kontinuierlich überprüft wird. Der Artikel zeigt die grundlegenden Aspekte der Markenbewertung auf und macht damit auch deutlich, dass bei Unternehmen wie auch Banken und Rating-Agenturen das erforderliche Know-how fehlt, um die Marke im Rating-Prozess ganzheitlich erfassen zu können. Dies sollte deshalb Spezialisten überlassen bleiben, die die Gesetzmäßigkeiten der Marke kennen und die auch in der Lage sind, Risiken und Chancen in Hinblick auf den Markenwert objektiv erfassen zu können.
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