Neben dieser Business-orientierten Systemlandschaft erfordern das Compliance und Litigation Management sowie die Vielzahl gesetzlicher Regulatorien heutzutage eine parallel geführte, GRC-orientierte Systemfamilie, die den Schutz der gespeicherten Daten sicherstellt. Dazu gehören das Enterprise Content Management (ECM) und Records Management, Archivsysteme und Daten-Repositories, das Policy Management und die Forensic Services (eDiscovery). Häufig existieren dadurch mehrere Kopien derselben oder fast identischer Daten, die in elektronischen Archiven oder auf digitalen Medien (normalerweise Backup-Tapes) gespeichert sind.
Dieser uneinheitliche, auf zwei vollständig getrennten Systemwelten basierende Ansatz ist nicht nur kostenintensiv und umständlich, sondern birgt auch zusätzliche Risiken, da Daten kopiert, verschoben und oftmals dauerhaft gespeichert werden. Hinzu kommt, dass jedes dieser Systeme im Rahmen von Anwendungsintegrationen, Unternehmensdurchsuchungen und forensischen Operationen immer wieder eingebunden werden muss. Dies erfordert immer wieder neue, zeitaufwändige Indizierungen und Analysen, die hohe Kosten verursachen. Ein weiterer großer Nachteil dieses Vorgehens ist, dass Informationen in getrennten Systemen nicht automatisch miteinander verknüpft werden können.
Bei der Vorbereitung von Rechtsstreitigkeiten fallen in Rechts- und IT-Abteilungen deshalb stets umfangreiche forensische Recherchen an. Insbesondere der Zugriff auf die Vielzahl von Datenquellen und Risikomanagement-Systeme erfordert viel Zeit und Geld. Angesichts der mit dem Information Management verbundenen Herausforderungen ist es nicht erstaunlich, dass die lückenlose Bereitstellung von gerichtsverwertbarem Beweismaterial mehrere Millionen Dollar an Kosten und Hunderte von Mann-Monate manueller Arbeit bedeuten kann. Das Risiko, ein entscheidendes Beweismittel zu übersehen oder bei Rechtsstreitigkeiten nicht alle notwendigen Schritte einzuleiten, kann sogar noch kostspieliger werden und neben gravierenden rechtlichen Auswirkungen auch der Reputation des Unternehmens immensen Schaden zufügen.
Dies führt dazu, dass immer mehr Unternehmen neue Wege gehen: Um die Prozesse für den Zugriff, die Verarbeitung und die Analyse von Unternehmensinformationen zu rationalisieren, führen sie die beiden Systemwelten zusammen.
Dies reduziert die Gefahr redundanter Daten ebenso sehr, wie die Kosten für die Beweismittelsicherung, bei der in der Regel Daten aus verschiedensten Systemen zusammengetragen werden. Auf diese Weise entsteht eine Governance, Risk & Compliance.
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