Die seit den 1990er Jahren zunehmende internationale Arbeitsteilung - als wirtschaftliche Globalisierung bezeichnet - hat zu einem starken Anstieg des Güterverkehrsaufkommens und steigenden Transportentfernungen geführt. Insbesondere der Straßengüterverkehr hat enorme Zuwachsraten zu verzeichnen. Während andere Sektoren in den letzten Jahren ihre Treibhausgasemissionen reduzieren konnten, hat der Verkehrsbereich steigende Emissionen zu verzeichnen.
Die durch die Logistikbranche verursachten Verkehrsmengen und die damit verbundenen negativen Auswirkungen wie Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und Verursachung von Staus tragen zum schlechten ökologischen Image der Branche bei. Dies gerät besonders durch die Diskussion um den Klimawandel und die erforderliche Reduzierung von CO2- Emissionen stärker ins Blickfeld. Im Hinblick auf die Klimaziele der Bundesregierung steht die Logistikbranche deshalb von Seiten der Politik unter Druck die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken.
Hinzu kommen wirtschaftliche Aspekte: Der Anstieg der Dieselkraftstoffpreise, macht Maßnahmen zur Energieeinsparung und Verbesserung der Energieeffizienz zunehmend auch aus ökonomischer Sicht notwendig. Gleichzeitig spielt die Reduzierung von CO2- Emissionen eine immer größere Rolle für den Wettbewerb und das Firmenimage. Auftraggeber fordern von ihren Dienstleistern zunehmend Nachweise über den CO2- Fußabdruck und infolge des gestiegenen Umweltbewusstseins beeinflusst dieser Aspekt auch die Kaufentscheidung von Konsumenten. „Grüne Logistik“ wird somit zu einem wichtigen Wettbewerbesfaktor und einem der wichtigsten Zukunftsthemen in der Logistik, mit dem sich besonders kleine Unternehmen zur Zeit noch schwertun.
Maßnahmen zur CO2-Reduzierung sind in der Logistik einerseits im Transportbereich, z.B. durch die Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsträger wie Schiene und Wasserstraße, Touren- und Laderaumoptimierung, Transportkooperationen und durch innovative Fahrzeugtechnik möglich. Es bieten sich für Logistikunternehmen aber auch vielfältige Potentiale in den Bereichen Lager, Materialfluss und Organisation.
Ziel des Praxisleitfadens „Grüne Logistik“ ist es in einer Übersicht alle speziell für die Logistik relevanten Themenbereiche darzustellen, um Logistikunternehmen geeignete Informationen und Anhaltspunkte für die Umsetzung an die Hand zu geben. Er soll dazu beitragen die regionalen Unternehmen in Bezug auf die durch den Klimawandel ausgelösten zukünftigen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen im Bereich der Logistik vorzubereiten und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken und auf diesem Wege einen Beitrag für eine klimafreundliche Region Weser-Ems zu leisten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bestandsaufnahme und Energiemanagement
3. Betriebsgelände und Gebäude
4. Fuhrpark
4.1 Kraftstoffeinsparung durch energieeffiziente Fahrzeugtechnik
4.2 Kraftstoffeinsparung durch Fahrertraining
5. Materialfluss- und Lagersysteme
5.1 Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz im Bereich Fördertechnik
5.2 Optimierung im Bereich Lagersysteme
5.3 Einsparung von Verpackungsmaterial
5.4 Gebäudebezogene Maßnahmen im Lager
6. Transportorganisation
6.1 Transportverlagerung, -bündelung und -vermeidung
6.2 Einsatz von Tourenplanungs- und Routenoptimierungsprogrammen
6.3 Laderaumoptimierung
7. Neue Fern-Verkehrstechniken für die Zukunft
7.1 A) CargoRAPID für Güter
7.2 B) Personentransport per Bahn (PerBaMo)
Projektstand Februar 2010, 32 Seiten
Kontakt für Rückfragen:
Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Bode
RIS-Kompetenzzentrum für Verkehr und Logistik
der Weser-Ems-Region (LOGIS.NET)
c/o Science to Business GmbH - FH Osnabrück
Caprivistr. 30a, 49076 Osnabrück
Fon: 0541-969-2947, Fax: 0541-969-3055
Email: logisnet@wi.fh-osnabrueck.de
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