Zeitschrift für immobilienwirtschaftliche Forschung und Praxis ZfiFP 07/2009
Ausgabe 11 vom 03.07.2009wir freuen uns, Ihnen die elfte Ausgabe der Zeitschrift für immobilienwirtschaftliche Forschung und Praxis, die die ADI Akademie der Immobilienwirtschaft mit „Der Immobilienbrief“ herausgibt, zu präsentieren.
In einer globalen Welt, in der Zeit und Raum zu einer Singularität verschmelzen, sind die Herausforderungen nicht nur vielschichtig und komplex, sondern vor allem nicht vorhersehbar. Sie tauchen wie aus dem Nichts auf und die verbleibende Reaktionszeit ist minimal. Gleichwohl blüht die Trend- und Zukunftsforschung auf der Basis der Illusion, das zukünftige mathematisch-statistisch erfassbar ist. Das wäre nur der Fall, wenn sich die Dinge des Alltags, der internationalen Politik, der Wirtschaft, der Gesellschaft deterministisch, d. h. vorher bestimmt, wären. Weder Aktienkurse noch Konjunkturzyklen sind kausal determiniert und daher auch nicht bestimmbar. Was jedoch gilt ist, dort, wo es „rauf“ geht, geht auch wieder „runter“ und umgekehrt. Wir wissen aber nicht wann, wo und mit welcher Intensität. Um es in der Sprache der Statistik zu sagen: die Informationsdichte nimmt mit der Tiefe des Zeitraums überproportional ab. Während statistisch-mathematische Verfahren überhaupt keinen Beitrag zur Zukunftserklärung leisten können (obwohl sie immer wieder gerne populärwissenschaftlich verwendet werden), sind verbalanalytische Verfahren eher geeignet, die Zukunft in ihren möglichen Facetten zu strukturieren und zu analysieren. Im Gegensatz zu den mathematischen Verfahren sind sie jedoch sehr in der Ursache-Wirkungs-Beschreibung unpräzise. Vergleichbar der Unschärferelation in der Physik, besteht bei allen Zukunftsprognosen das Dilemma, je präziser die Aussagen, umso unwahrscheinlicher deren Eintritt und umgekehrt. Gleichwohl können wir es uns -trotz dieses unauflösbaren Spannungsbogens- nicht leisten, überhaupt keine Gedanken über zukünftigen Entwicklungen zu machen, weil wir die kritische Diskussion aber auch die ständige Reflexion unseres eigenen Handelns brauchen.
-
0.28 MB
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.
-
Prof. Dr. Hanspeter GondringDuale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart | Studiendekan, Studiengangsleiter








