Der Euro sah sich zuletzt zum US-Dollar einem erhöhten Abgabedruck ausgesetzt. Auslöser dieser Bewegung waren die wieder aufflammenden Diskussionen über die Stabilität der Staatsfinanzen in der Eurozone. Während Portugal im April unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft ist, der von der EU, der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (ESFS) und dem IWF finanziert wird, möchte Irland eine Erleichterung bei den vereinbarten Zinskonditionen erreichen, um handlungsfähig zu bleiben. Zudem mehren sich die Stimmen, die stärkere Anstrengungen von Griechenland in Bezug auf die Konsolidierungsmaßnahmen fordern, damit die gesetzten Sparziele auch erreicht und weitere Gelder bewilligt werden. Selbst ein Forderungsverzicht der Gläubiger wird mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen. Wir halten ein solches Szenario (Laufzeitverlängerung der Anleihen und / oder eine (temporäre) Aussetzung der Zinszahlungen) für wahrscheinlich. Die Frage wird dabei sein, ob der Verzicht freiwillig oder erzwungen erfolgt. Ein solcher Schritt alleine wird indes nicht ausreichen, um für langfristig solide Staatsfinanzen zu sorgen. Dazu wäre ein Verkauf von Staatseigentum in den betroffenen Ländern ggf. ebenso notwendig wie ein klares Bekenntnis der Euro-Staaten zu einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftspolitik und der Bereitschaft zur Bekämpfung der Wettbewerbsunterschiede in den einzelnen Volkswirtschaften der Währungsunion. Zwar wurden bereits Schritte in diese Richtung eingeleitet und die Notwendigkeit für eine Stärkung der Haushaltsdisziplin erkannt, einen überzeugenden Fahrplan, der den gemeinsamen Währungsraum auf eine trägfähige Basis stellt, gibt es indes noch nicht. Eine solche Weichenstellung trauen die Finanzmärkte der Politik derzeit nur bedingt zu, die Ratingagenturen reagieren mit Herabstufungen und Negativausblicken in der Bewertung der Kreditwürdigkeit einzelner Staatsschuldner, was die Lage nicht vereinfacht. [...]
Den vollständigen Beitrag aus dem Kundenmagazin "Marktbeobachtung Juni 2011" von HSBC Trinkaus finden Sie als PDF-Datei im Anhang!
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