E-Interview mit Martina Brembeck (AxiCom) zum Thema: Kommunikation trotz Krise - "..öffentlichkeitswirksame Punktlandung durch günstige und kreative Presseveranstaltung zeitgleich zur CeBIT."
1. Worin sehen Sie die Chancen, in schwierigen Zeiten, konkret beginnende Megarezession, als Unternehmen an Märkte, Partner (und wen noch?) zu kommunizieren?
Die wachsende Verunsicherung und die daraus resultierende Suche nach Orientierung und Vertrauen bedeutet für Unternehmen, Institutionen, Kommunen, Personen und Marken nicht nur Risiko, sondern auch Chance. Gefragt sind jetzt Identifikationsangebote.
Um diese zu schaffen müssen die Unternehmen visionär denken und sich fragen, was der gesellschaftliche Nutzen ihres Handelns ist und wie sie mit ihren Kernkompetenzen die gesellschaftliche Weiterentwicklung unterstützen können.
Heute geht es um antizyklisches Denken und um eine glaubwürdig erzählte Unternehmensgeschichte. Sie muss auf dem individuellen Kerngeschäft basieren, Vertrauen schafften und Perspektiven aufzeigen, sei es indem sie Lösungen für individuelle Probleme, Bedürfnisse oder Erwartungen bietet, oder im gesamtgesellschaftlichen Kontext nutzt.
Die Perspektiven können zu Wettbewerbsvorteilen werden, wenn sie gegenüber den relevanten Zielgruppen entsprechend kommuniziert werden. Entscheidend dabei ist die Glaubwürdigkeit, die vermittelt werden kann. Denn in der öffentlichen Wahrnehmung werden die Unternehmen damit zum Gestalter von Chancen und Perspektiven und grenzen sich so von den klassischen Verwaltern der Krise ab, die nur mit herkömmlichen Strategien ihre Existenz zu sichern versuchen.
Einen Wettbewerbsvorteil sichert man sich durch eine Vision, also durch das Angebot für den Ausweg aus der Krise, das man durch zielgerichtete Kommunikationsmaßnahmen kommuniziert.
Was die taktische Umsetzung betrifft muss sich der Kommunikations-Mix weg von direkt wirkenden hin zu indirekt wirkenden Instrumenten bewegen: Glaubwürdigkeit und Vertrauen entstehen vor allem dann, wenn die Aktionäre in die Diskussion um künftige Perspektiven und Werte eingebunden werden. Deshalb werden Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere Pressearbeit, aber auch Sponsoring-Tools und Veranstaltungen an Bedeutung zunehmen. Insgesamt wird alles bedeutsam sein, was einen hohen Aktualitätsgehalt hat. Kommunikation im Internet wird dementsprechend zunehmend wichtig: Unternehmen können mit diesem Medium vor allem über dialogische Formate erfolgreich sein. Und interne Kommunikation muss auf der Maßnahmenliste ganz oben stehen. Vertrauen und Orientierung spielen gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Marktgeschehens eine wichtige Rolle, um Effizienz und Zielorientierung bei Führungskräften und Mitarbeitern zu gewährleisten.
2. Wie kann das unter Budgetrestriktionen etc. trotzdem gelingen?
Ich bin der Meinung, dass Budgets nicht gekürzt werden sollten, sondern dass im Gegenteil antizyklisches Verhalten zum Erfolg führen wird. Aber auch mit geringeren Budgets lassen sich großartige Erfolge erzielen, wenn sie kreativ erdacht wurden. Die von VMware dieses Jahr ins Leben gerufene Kampagne „VMware hebt (sich) ab“ ist dafür das beste Beispiel. Im Rahmen dieser Kampagne meidet das Unternehmen beispielsweise die hohen Kosten der CeBIT und schafft doch eine öffentlichkeitswirksame Punktlandung durch eine vergleichsweise günstige, vor allem aber kreative/iinnovative Pressegroßveranstaltung zeitgleich zur CeBIT.
3. Welches sind die häufigsten Fehler, die Unternehmen hierbei vermeiden sollten?
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.




