Analytische Ansätze zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Teil 1: Kritische Infrastrukturen: Gefahren und Handlungsbedarf
Gerade wegen derartiger Auswirkungen muss damit gerechnet werden, dass kritische Infrastrukturen in Zukunft bevorzugtes Ziel von Anschlägen werden. Das Spektrum möglicher Akteure, ihre Motive und eingesetzte Mittel sind vielgestaltig und spannen eine Fülle möglicher, ganz unterschiedlicher Szenarien auf. Das Problem, dem heute Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ausgesetzt sind, besteht darin, dass zwar zur Kenntnis genommen wird, dass Infrastrukturen eine erhebliche „Kritikalität“ haben, aber dass letztlich Interdependenzen, die zu Primär-, Sekundär-, Tertiär- und Folgewirkungen höherer Ordnungen führen können, kaum bekannt und wenig erforscht sind. Mangelnde Sensibilisierung der Öffentlichkeit sind mitverantwortlich dafür, dass bislang solche Szenarien mit ihren neuartigen Bedrohungen nicht ausreichend analysiert werden.
Die Untersuchung von Szenarien ist aber nötig, um sich möglicher Risiken bewusst zu werden, daraus Eckwerte für mögliche Handlungsspielräume abzuleiten, Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit kritischer Infrastrukturen zu analysieren, daraus auf das Risikopotential und denkbare Schutzmaßnahmen zu schließen, Sicherheitsmaßnahmen im Gesamtzusammenhang zu analysieren und zu bewerten, Ausbildung für das erforderliche Management in der Krise zu leisten und den Umgang mit Risiken einschätzen zu lernen.
Dieser Beitrag will Möglichkeiten aufzeigen, neuartige Bedrohungen aufzuzeigen und zu analysieren sowie den Handlungsbedarf daraus abzuleiten. Hierbei werden Erkenntnisse des EU Projektes ACIP genutzt, in dem von Juni 2002 bis Mai 2003 unter Leitung der IABG von einem europäischen Konsortium eine „Roadmap“ zur Entwicklung einer umfassenden Methodenarchitektur erarbeitet wurde.
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