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RE: ( 9 ) Nachhaltige Geldanlagen Anleger (institutionelle Anleger)

Jörg Weber
Antwort von Jörg Weber, ECOreporter.de AG zu Nachhaltige Geldanlagen Anleger (institutionelle Anleger) von Dr. Winfried Felser | 6.2.2012, 1:06:53 RE: ( 9 ) Nachhaltige Geldanlagen Anleger (institutionelle Anleger)

Die meisten Anleger sind sehr verunsichert. Man sieht aber beim Kundenwachstum etwas der GLS Bank und der Umweltbank, dass sich viele Menschen entschließen, Geldanlage anders zu betreiben. In die von Ihnen genannten Marktberichte geht ja vor allem so etwas ein wie die Frage, welchen Anteil beispielsweise nachhaltige Aktienfonds am Gesamtmarkt der Aktienfonds haben. Dass wir hier kein riesiges Wachstum haben, liegt auch schlicht daran, dass die nachhaltigen Fonds sich in den letzten Jahren nicht eben gut entwickelt haben. Wir untersuchen den Markt seit 1999 fortlaufend.

ECOreporter wurde dazu zunächst vom NRW-Umweltminisiterium beauftragt, seit vielen jahren erstellen wir die Berichte selbst, für unsere Abonnement-Kunden. Wenn ich sehe, dass 90 Prozent der nachhaltigen Aktienfonds 2011 Verluste aufwiesen – da kann ich die Enttäuschung der Anleger nachvollziehen. Sie haben ja gerade gedacht, Nachhaltigkeit sei etwas, das sich in Krisenzeiten bewährt. Hier muss sich die Branche einmal selbstkritisch fragen, ob ihre Ansätze zeitgemäß sind. Oder ob die Werbeversprechen passen. Nach meiner Meinung sind gut gemachte nachhaltige Finanzprodukte erfolgreicher als konventionelle. Aber nur im Durchschnitt. Dem Anleger, der mit einem einzelnen Solar-Aktienfonds viel Geld verloren hat, dem nutzt der Durchschnitt nichts.

Natürlich ist das nur die eine Seite. Die andere Seite, das sind die Anleger selbst. Es gibt immer noch Zehntausende, die für 0,15 Prozent mehr Zinsen auf dem Tagesgeld- Konto von einer Kirchenbank zu einer Bank wechseln, die noch vor zwei Jahren wegen unverantwortlicher Zocker-Geschäfte vom Staat gerettet werden musste. „Gier ist geil“ – wer macht sich schon klar, dass 0,15 Prozent Zinsen auf 5.000 Euro in einem halben Jahr nur 3,75 Euro bedeuten? Das reicht einmal nicht, um alle Portokosten des Wechsels zu bezahlen.

Und zu den Volksbanken und Sparkassen: im Großen und Ganzen haben die vernünftig agiert. Viele bemühen sich um Nachhaltigkeit, manche schneller, andere sehr langsam. Wir bekommen in unseren Fernlehrgang immer mehr eco-anlageberater aus diesen Banken. Sie stellen auch auf den Messen Grünes Geld aus, sie zeigen unsere Ausstellung Rendite plus X, laden dazu ihre Kunden ein. Da ist ortsnahes Engagement. Auch viele der Kirchenbanken sind ja im Verbund der Volksbanken – das ergibt ein buntes Bild. Viele Experten aus anderen Nationen beneiden uns um unser Netz der Sparkassen und Volksbanken!

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