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Chancen in der arabischen Welt für deutsche Unternehmen

Winfried Felser
Frage von Dr. Winfried Felser, NetSkill AG zu Nach dem arabischen Frühling: Wirtschaftliche Chancen und Herausforderungen für deutsche Unternehmen in der arabischen Welt | 16.1.2012 Chancen in der arabischen Welt für deutsche Unternehmen

Von den Entwicklungen in der arabischen Welt profitieren die Unternehmen in besonderem Maße, die Produkte und Dienstleistungen anbieten können, die der Entwicklungsphase und der Marktlage der jeweiligen Länder am besten entsprechen. Hier muss sicherlich eine Differenzierung nach Ländern und Segmenten erfolgen.

In welchem Ländern und Segmenten sehen Sie in Ihrem Erfahrungsbereich besondere Chancen für deutsche Unternehmen? Welchen Ruf genießen generell deutsche Unternehmen vor Ort? Welche Produkte und Dienstleistungen sind besonders gefragt? Wie einfach ist es vor Ort Fuß zu fassen bzw. diese Chancen zu realisieren?

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  • Thomas Wülfing
    Antwort von Dr. jur. Thomas Wülfing, Wülfing Zeuner Rechel zu Chancen in der arabischen Welt für deutsche Unternehmen von Dr. Winfried Felser | 19.1.2012, 20:21:53 RE:Chancen in der arabischen Welt für deutsche Unternehmen

    Hierzu gibt es keine einheitliche Antwort. Dort, wo es Reichtum im Überfluss gibt, wird es den Regierungen daran zu tun sein, gezielt den technischen Know-How-Transfer zu fördern, um hochqualitative Arbeitsplätze in ihren Ländern zu schaffen. Dies ist der Weg, den die Golfstaaten gehen. Hier ist der Lebensstandard der... mehr

    Hierzu gibt es keine einheitliche Antwort. Dort, wo es Reichtum im Überfluss gibt, wird es den Regierungen daran zu tun sein, gezielt den technischen Know-How-Transfer zu fördern, um hochqualitative Arbeitsplätze in ihren Ländern zu schaffen.

    Dies ist der Weg, den die Golfstaaten gehen. Hier ist der Lebensstandard der Bevölkerung schon jetzt auf einem hohen Niveau. Dort, wo das nicht der Fall ist, wird demnach versucht werden, den Lebensstandard der Bevölkerung zu erhöhen, um politischen Umwälzungen vorzubeugen. Hier könnte also die Konsumgüterindustrie große Chancen haben. Freilich setzt Konsum Kaufkraft voraus. Deshalb muss die Wirtschaftshilfe für die Transformationsstaaten erhöht werden, wenn sich die wirtschaftliche Lage innerhalb einer kurzen Zeit spürbar verbessern soll. Bleibt diese Hilfe aus, werden Extremisten die Oberhand gewinnen. Das kann keiner wirklich wollen.

    Man muss freilich auch sehen, dass nicht jede Hilfe willkommen ist. Die Rolle, die das ölreiche Saudi-Arabien spielt, ist gelinde gesagt nicht immer glücklich. Das Königreich neigt zur Unterstützung radikal-islamischer Kräfte. Hier muss ein intensiver Dialog geführt werden. Der Ruf Deutschlands ist extrem gut, vor allem, weil deutsche Unternehmen auch in der Lage sind, Projekte langfristig zu steuern. Dieses Können ist begehrt. Es geht um die Nachhaltigkeit des Engagements, nicht um kurzfristige Gewinnabschöpfung.

    Wer sich engagieren will, muss auch bereit sein, dauerhaft vor Ort tätig zu sein und den Menschen vor Ort die Ausbildung zu geben und die Qualitäten zu vermitteln, die erforderlich sind, um eigenständig unternehmerisches Engagement auszuüben.