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RE:Partner für ein Engagement in der arabischen Wirtschaftsregion

Thomas Wülfing
Antwort von Dr. jur. Thomas Wülfing, Wülfing Zeuner Rechel zu Partner für ein Engagement in der arabischen Wirtschaftsregion von Dr. Winfried Felser | 19.1.2012, 19:57:44 RE:Partner für ein Engagement in der arabischen Wirtschaftsregion

Wir sollten nicht den Blick dafür verlieren, dass einige Länder sehr investitionsfreudig sind und viel dafür tun, ausländische Investoren zu gewinnen. Aber in all diesen Fällen gibt es immer eine Fülle von Rechtsvorschriften zu beachten. Darf ich alleiniger Inhaber des Unternehmens sein? Brauche ich einen sogenannten arabischen Sponsor (Mitgesellschafter)? Wie sind die arbeitsrechtlichen Vorschriften? Wie sind die Unternehmenssteuern gestaltet? Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen mit der Bundesrepublik Deutschland? Was muss ich bei der Beantragung einer Arbeitserlaubnis beachten? Und so weiter und so fort. Eine Fülle von Rechtsfragen, die geklärt und gelöst werden müssen. Am besten durch eine Kanzlei, die sich vor Ort auskennt und die über ein entsprechendes Kontaktnetz im arabischen Raum verfügt.

Daneben gibt es natürlich die Ministerien, die Handelskammern, viele privatrechtlich organisierte Verbände wie die Ghorfa oder die NUMOV, die versuchen, investierenden Unternehmen behilflich zu sein und die eine Plattform bilden, Netzwerke zu schaffen und zu organisieren, um gemeinsam größere Projekte handeln zu können.

Zum Thema Netzwerk ist noch auf Folgendes hinzuweisen:


Natürlich steht die deutsche Wirtschaft in Konkurrenz zu vielen anderen Ländern, deren Unternehmer versuchen, Investitionsaufträge im arabischen Raum zu bekommen. Neulich war ich aber auf einer interessanten Veranstaltung des Nah- und Mittel-Ost-Vereins in den Räumen der Saudi-Arabischen Botschaft, wo meines Erachtens von sämtlichen Referenten zu Recht auf Folgendes hingewiesen wurden:

Die Investition ist das eine, das Betreiben der geschaffenen Anlagen und Bauten ist das andere. Das heißt: Die meisten arabischen Staaten brauchen nicht nur jemanden, der Ihnen eine Fabrik oder ein Krankenhaus oder eine Kläranlage oder irgend-etwas hinstellt, sondern die meisten Länder brauchen mangels eigener Erfahrung auch ein Management, das diese Anlagen später betreut. Und hier kann die deutsche Wirtschaft ihre Vorteile ausspielen, dadurch nämlich, dass sie ein Netzwerk von Wissen und Kompetenzen zur Verfügung stellen kann. Das heißt, wirklich erfolgreich werden die deutschen Unternehmer nur dann sein, wenn sie es schaffen, in den arabischen Ländern die Ausbildungsprogramme zu fahren, die es ermöglichen, auch den Menschen die Fähigkeit zu geben, ihr unternehmerisches Sein selbst in die Hand zu nehmen.

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