Steigende Inflation in den BRIC-Ländern
In den vergangenen Monaten hat sich die Inflation in den BRIC-Staaten merklich beschleunigt. Verantwortlich für diese Entwicklung sind in erster Linie steigende lokale und globale Lebensmittelpreise, aber auch die konjunkturelle Überhitzung hat dazu beigetragen. Zwar bekämpfen die Zentralbanken und Regierungen der BRICs die Inflation, indem sie die Leitzinsen schrittweise erhöhen, dennoch dürften sich die inflationären Tendenzen kurzfristig fortsetzen und die Lebensmittelpreise weiter klettern.
In den BRIC-Ländern hat die Inflation in den vergangenen Monaten selbst im Vergleich zu anderen von einer Inflation betroffenen Schwellenländern besonders stark zugelegt. Spitzenreiter unter den Emerging Markets war im vierten Quartal 2010 Indien mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 9,3% (gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum), dicht gefolgt von Russland (8,1%), Brasilien (5,5%) und China (4,7%). Es ist zu erwarten, dass sich die Inflation im ersten Halbjahr 2011 in Brasilien, China und Russland weiter beschleunigen wird, während der Preisauftrieb in Indien im Vergleich zum Vorjahr sehr wahrscheinlich bereits seinen Höhepunkt erreicht hat.
Steigenden Lebensmittelpreise
Steigende Lebensmittelpreise hatten zuletzt entscheidenden Einfluss auf die Gesamtinflationsrate der BRIC-Staaten, denn Lebensmittel machen einen großen Teil des für die Inflationsmessung maßgeblichen Warenkorbs aus. Da die Verbraucher in den BRIC-Staaten einen vergleichsweise hohen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen, sind sie auch besonders stark von Preiserhöhungen betroffen. Während steigende Lebensmittelpreise als Folge von Ernteausfällen meistens keinen langfristigen Einfluss auf die makroökonomischen Perspektiven haben, stellt sich die aktuelle Situation in den BRIC-Staaten anders dar: Seit vergangenem Juni haben sich die globalen Lebensmittelpreise verdoppelt, woraufhin die Preise auch in Brasilien, China und Russland stiegen. In Indien wiederum verteuerten sich Lebensmittel bereits ab Mitte 2009.
Dennoch schlugen die globalen Lebensmittelpreise nicht vollständig auf die inländischen Preise für Nahrung durch. Denn zum einen weichen die regionalen Warenkörbe für Lebensmittel naturgemäß voneinander ab und zum anderen sind die regionalen Handelsplätze der BRIC-Länder relativ unabhängig von den globalen Märkten. Hinzu kommt, dass die BRIC-Staaten häufig die Kontrolle über die in ihrem Land erzeugten Lebensmittel übernehmen. So hat beispielsweise China erst kürzlich bei einigen Lebensmitteln Preiskontrollen eingeführt, Indien und Russland wiederum haben Getreideexporte untersagt. [...]
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