„Starre Währungsregime der Emerging Markets werden früher oder später aufbrechen“
Interview mit Michael Mewes von J.P. Morgan Asset Management„Starre Währungsregime der Emerging Markets werden früher oder später aufbrechen“
Michael Mewes ist Geschäftsleiter und Managing Director bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Er leitet das Anleihenteam und verwaltet Portfolios für europäische und globale Rentenstrategien. Mit Michael Mewes sprach unser Redakteur Nico Popp.
Nico Popp Im Zusammenhang mit interessanten Märkten werden von J.P. Morgan Asset Management immer wieder die Emerging Markets genannt. Wieso halten Sie diese Anlageregion und auch die Währungen dieser Länder für so interessant?
Michael Mewes Wir sehen große Wachstumsdifferentiale zugunsten der Emerging Markets. Diese ökonomischen Ungleichgewichte führen zu einem gewissen Aufwertungsdruck. Das lässt sich anhand der weltweiten Kapitalströme sogar messen. Gerade in Asien haben viele Länder eine sehr positive Leistungsbilanz. Hier entsteht der von uns genannte Aufwertungsdruck am deutlichsten.
Auf der anderen Seite sehen wir Staaten mit Leistungsbilanzdefiziten und hohen Staatsschulden, wie die USA oder in Europa Griechenland, Portugal sowie Irland. Diese globalen Unterschiede führen zu Ungleichgewichten, die sich irgendwann entladen werden. Wir sagen hier ganz bewusst „irgendwann“, weil viele Emerging-Markets-Währungen nicht frei konvertierbar sind und entweder an den Dollar oder an einen Währungskorb gekoppelt sind. Dadurch können diese Währungen nicht frei fluktuieren. Langfristig wird sich dies aber verändern, denn das Aufwertungspotential wird sich entladen. Hinzu kommt derzeit noch, dass viele aufstrebende Volkswirtschaften unter einem gewissen Inflationsdruck leiden und daher eher geneigt sein sollten, ihre Währungen aufzuwerten.
Nico Popp Sie gehen also davon aus, dass einige starre Währungsregime früher oder später aufbrechen werden. Welche Währungen sind dafür denn Kandidaten?
Michael Mewes Die klassische Währung für diese Überlegung ist natürlich der chinesische Yuan. Lassen Sie uns aber zunächst einen halben Schritt zurückgehen. Wenn wir über Emerging-Market-Währungen sprechen, können wir zwei Gruppen unterscheiden: Manche dieser Währungen hängen am Euro, andere hängen am US-Dollar. Am Euro orientieren sich die Währungen aus Osteuropa wie der ungarische Forint oder der polnische Zloty. Am Dollar orientieren sich vor allem die Währungen Lateinamerikas und Asiens. Die jeweilige Nähe zu den beiden großen Währungen ist für die Entwicklung von Währungen aus Schwellenländern von großer Bedeutung. Das erkennt man am Beispiel von Ungarn: Trotz der negativen Schlagzeilen, die das Land zuletzt gemacht hat, hat die Währung Ungarns rund 15 % zugelegt. Das liegt vor allem an der Stärke des Euros.
Aufschlussreicher wird der Blick auf Währungsunterschiede innerhalb eines Währungsblocks. Dort sieht man dann die „echte“ Bewegung einer Währung. Aber ganz grundsätzlich muss jeder Investor immer auch die Entwicklung der eigenen Währung im Hinterkopf haben. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass nur etwa 30% der Währungen mit dem Euro handeln, 70 % dagegen handeln mit dem Dollar. [...]
Das vollständige Interview mit Herrn Mewes finden Sie im Anhang als PDF-Datei!
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Quelle: Sonderpublikation - Forex-Brokervergleich
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