Die Komplexität in unserem Arbeits- und Wirtschaftsleben nimmt durch fortschreitende Vernetzung, Globalisierung und Individualisierung ständig zu. Dabei zeigt sich in der Praxis, dass bislang gut funktionierenden Management-Ansätze an ihre Grenzen kommen und nur bedingt passende Rezepte für das Management der gestiegenen Komplexität anbieten. Als Symptome, die sich in diesem Zusammenhang zeigen, sind zu nennen, dass z.B. die Manager vermehrt über zu aufwendige Prozesse oder mangelnden Pragmatismus der Beteiligten klagen. Immer kürzer werdende Veränderungszyklen für Strategie, Produkte und Services sowie die internen Prozesse lassen den Anteil des Koordinationsaufwands an der Wertschöpfung weiter steigen.
Dieser Beitrag geht nach einleitenden Grundsatzüberlegungen zum allgemeinen Umgang mit Komplexität in Organisationen und Großprojekten auf die generellen aktiven Gestaltungsmöglichkeiten im Sinne eines aktiven Umgangs mit Komplexität aus der Sicht des Programm- bzw. Projektmanagers ein. Dazu werden die für das Projektmanagement erforderlichen Rahmenbedingungen und Grundprinzipien aus dem „Kybernetischen Managementansatz“ und dem „Management von Instabilität“ entsprechend übertragen. Weitere Strategien für einen erfolgreichen Umgang mit Komplexität können mit Hilfe einer Analogie zu wissenschaftlich erforschten Heuristiken aus der Parallelverarbeitung ergänzt werden. Auf Basis einer Bestandsaufnahme zur Bearbeitung von Komplexität innerhalb ausgewählter Projektprozesse der GPM-Methodik werden Ansatzpunkte für methodische Ergänzungen und relevante Erfolgsfaktoren in Form eines zusammenhängenden Frameworks herausgearbeitet.
Abschließend werden aktuelle Erfahrungswerte aus einem komplexen Praxisprojekt dargestellt.