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Die Bedeutung der Marke im Rating-Prozess

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SCHILLER GmbH BRAND COMPANY


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Abstract:
Lässt sich Marke bilanzieren?

Eine brisante Frage, die von Unternehmen, Rating-Agenturen und dem Gesetzgeber bisher nicht befriedigend beantwortet werden konnte. Zur Zeit wird im Rahmen der IAS-Weiterentwicklung intensiv über Möglichkeiten eines objektiven und transparenten Bilanzausweises von „intangible assets“ diskutiert. Somit könnte prospektiv auch der immaterielle Vermögensgegenstand Marke in den Bilanzen endlich den ihm zustehenden Platz einnehmen. Allerdings existieren heute unendlich viele Markenbewertungs-Vorschläge auf dem Markt, die vielfach gravierende methodische Defizite aufweisen. Daher wird der Werttreiber Marke als größtes Kapital des Unternehmens auch im Rahmen des Unternehmens-Rating immer noch eklatant unterschätzt. Tatsächlich erzielen jedoch Unternehmen mit starken Marken eine wesentlich höhere Bewertung ‑ so beträgt z. B. die Marktkapitalisierung der Coca-Cola Company fast 110 Mrd. Dollar, also mehr als das 8-fache des aktuellen Buchwertes.

Der Artikel macht deutlich, dass die Werthaltigkeit des „Kreditpfandes“ Marke zur Bonitätseinstufung eines Unternehmens nur dann zuverlässig erfasst werden kann, wenn die Marke systematisch in allen ihren Lebensäußerungen analysiert und durch ein ganzheitliches, vernetztes Risikomanagement kontinuierlich überprüft wird. Der Artikel zeigt die grundlegenden Aspekte der Markenbewertung auf und macht damit auch deutlich, dass bei Unternehmen wie auch Banken und Rating-Agenturen das erforderliche Know-how fehlt, um die Marke im Rating-Prozess ganzheitlich erfassen zu können. Dies sollte deshalb Spezialisten überlassen bleiben, die die Gesetzmäßigkeiten der Marke kennen und die auch in der Lage sind, Risiken und Chancen in Hinblick auf den Markenwert objektiv erfassen zu können.
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Kompetenz-Gebiete
Competence Type
Autoren
(1)
Wolfgang Schiller
Person
SCHILLER® BRAND COMPANY
Seit 1985 Inhaber und strategischer Marken-Berater der SCHILLER® BRAND COMPANY, Freiburg, Wien und Zürich. Beratung von Unternehmen und Konzernen im Aufbau, der Repositionierung und in der strategischen Führung von Unternehmens- und Produkt-Marken. Juristische und werbefachliche Ausbildung. [...]
Herausgeber
(1)
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Wolfgang Schiller, Dr. Roland F. Erben




DIE         BEDEUTUNG                         DER   MARKE
IM       R A T I N G -P R O Z E S S




In „RATINGaktuell. Information für Unternehmen
und Finanzdienstleister.“ (Bank-Verlag Köln, November 2003)




Copyright: SCHILLER® BRAND COMPANY 2003
Vervielfältigung, Nachdruck und Veröffentlichung
– auch auszugsweise – nicht gestattet.
DIE BEDEUTUNG DER MARKE IM RATING-PROZESS




1. Bedeutung immaterieller Vermögensgegen-
   stände im Rahmen des Rating

Jedes Rating ist sui generis zukunftsgerichtet. Schließlich soll
es darüber Auskunft geben, ob bzw. mit welcher Wahrschein-
lichkeit erwartet werden kann, dass der Schuldner die Zins- und
Tilgungszahlungen während der gesamten Laufzeit eines Kredits
(d. h. über 10, 20 oder gar 30 Jahre) auch tatsächlich leisten
wird. Die Erkenntnis, dass ein Urteil über die Solvenz von mor-
gen anhand der Bilanz von gestern nur sehr eingeschränkt mög-
lich ist, dürfte sich im Bereich des Ratings inzwischen als All-
gemeinwissen etabliert haben. Folgerichtig gewinnen die so
genannten „weichen“ Faktoren und immaterielle Vermögensge-
genstände im Rahmen der Rating-Entscheidung zunehmend an
Bedeutung. 1
Bei der Frage, welche der verschiedenen Rating-Faktoren und
Vermögensgegenstände in welchem Umfang in das Rating ein-
fließen sollen, richtet sich die Aufmerksamkeit derzeit primär
auf Komponenten wie Kundenstamm, Mitarbeiter-Know-how/
Humankapital, Innovationsfähigkeit, Standortvorteile u. a. m. Im
Vergleich mit diesen Assets wird dem wichtigsten Wertetreiber
des Unternehmens allerdings noch relativ wenig Beachtung ge-
schenkt: der Marke.




2. Die Marke im Rating-Prozess

Eine stärkere Berücksichtigung der Marke erscheint nicht zuletzt
deshalb als Desiderat, da durch eine markenzentrierte Unter-
nehmensstrategie gerade unter den momentanen wirtschaftli-
chen Rahmenbedingungen (steigende Wettbewerbsintensität,
Preiskampf mit Discountern sowie zunehmende, größtenteils
qualitativ hochwertige Konkurrenzprodukte aus Billiglohnlän-
dern) entscheidende Wettbewerbsvorteile realisiert werden kön-
nen.
Wie bei fast allen immateriellen Vermögenswerten taucht die
wirtschaftliche Bedeutung und das Potenzial von Marken in kei-

1   vgl. Erben, R. F.: Das Unternehmens-Controlling im Spiegel des Ratings", in:
    RATINGaktuell, 2. Jg. (2003), H. 3, S. 21 sowie Stämpfli, Paul: Ratingperspektive
    für kleine und mittlere Unternehmen in der Schweiz, in: Everling, Oliver (Hrsg.):
    Rating - Chance für den Mittelstand nach Basel II, Wiesbaden 2001, S. 555.
DIE BEDEUTUNG DER MARKE IM RATING-PROZESS




ner Bilanz auf. Sowohl nach den Vorschriften des HGB als auch
nach IAS besteht derzeit ein explizites Aktivierungsverbot für
selbst erstellte Markenwerte. Obwohl im Zuge der IAS-
Weiterentwicklung derzeit intensiv über Möglichkeiten eines
möglichst transparenten und realistischen Bilanzausweises von
„Intangible Assets“ diskutiert wird 2, blenden viele Manager mar-
kenrelevante Aspekte bei ihren Entscheidungen noch weitestge-
hend aus. Die primäre Ursache für die systematische Unter-
schätzung der Marke ist dabei nicht selten ein falsches Marken-
verständnis.




3. Charakteristika und Bedeutung der Marke

Zuallererst ist Marke weitaus mehr als ein Produkt mit einem
Logo. Marke ist vielmehr die Idee und das Konzept, das hinter
dem Produkt steht, es charakterisiert und differenziert. Diese
Idee bleibt selbst dann bestehen, wenn sich das Produkt än-
dert. Beständigkeit ist dabei keinesfalls mit Starrheit gleichzu-
setzen, sondern garantiert vielmehr eine Kontinuität und
Selbstähnlichkeit in der Weiterentwicklung, mit deren Hilfe das
Leistungsangebot charakterisiert, strukturiert, garantiert und
stabilisiert wird. Auf diese Weise reduziert die Marke das Risiko
und die Unsicherheit für den Kunden. Bedenkt man, dass Pro-
dukte und Dienstleistungen immer ähnlicher und austauschba-
rer werden, bleibt als originärer Unternehmenswert einzig und
allein die Marke.
Als lebende Systeme, die aus unterschiedlichen Subsystemen
und Elementen bestehen, bilden Marken einen „Transmissions-
riemen“ zwischen Unternehmen und Kunden und leisten weitaus
mehr, als nur die Befriedigung unmittelbarer materieller Bedürf-
nisse. Erst die Vermittlung von Werten als Sinnangebote ermög-
licht es, sich vom Wettbewerb zu differenzieren und ein ent-
sprechendes Preispremium zu erzielen.
Dabei wird die Wahrnehmung einer Marke und somit ihre Kun-
denbindungskraft nicht nur durch die klassischen Formen von
Werbung, Marketing und PR beeinflusst und geformt. Viel wich-
tiger ist die Kommunikation, die außerhalb der unternehmens-
seitig kontrollierbaren Kanälen läuft, sei es die Mund-zu-Mund-
Propaganda innerhalb des Bekannten- und Kollegenkreises, die


2   vgl. Greinert, M.: Verbesserung des Markencontrolling durch neuere Rechnungs-
    legungsnormen, in: ZfCM Controlling & Management, 47. Jg. (2003), S. 123-
    128.



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DIE BEDEUTUNG DER MARKE IM RATING-PROZESS




Berichterstattung in den Medien oder schlicht das freundliche
Lächeln der Mitarbeiterin an der Kasse. Marke kommuniziert
ganzheitlich, d. h. Unstimmigkeiten, die in einem einzelnen Ele-
ment des Markensystems auftreten, strahlen unweigerlich auch
auf die anderen Elemente ab, führen zu Irritationen bzw. Miss-
trauen und bedrohen im schlimmsten Fall die Existenz des ge-
samten Systems. 3




4. Berücksichtigung der Marke im Rahmen des
   Ratings

Welche ökonomische Bedeutung Marken besitzen, wird nicht
zuletzt deutlich, wenn man sich die Entwicklung und den Wert
von stringent markenzentriert geführten Firmen vor Augen führt.
Als prominentes Beispiel mag hierbei die Coca-Cola Company
gelten, deren Marktkapitalisierung von knapp 110 Mrd. US-
Dollar ihren Buchwert von gut 12 Mrd. US-Dollar um mehr als
das Neunfache übersteigt. 4
Bei einer adäquaten Bewertung einer Marke im Rahmen des
Rating-Verfahrens ergeben sich mitunter Schwierigkeiten. Zum
einen ist es nicht unproblematisch, den aktuellen Wert und das
künftige Potenzial einer Marke adäquat zu erfassen und zu
quantifizieren, zum anderen erweist sich die Tatsache als prob-
lembehaftet, dass Marken auf Grund ihrer spezifischen Charak-
teristika erhebliche Unterschiede zu den klassischen Kredit-
sicherheiten aufweisen und daher durch entsprechende Maß-
nahmen im Bereich des Risiko-Managements abgesichert wer-
den müssen.
Neben dem Aktivierungsverbot für selbst erstellte Marken zeigt
sich beim Bilanzansatz darüber hinaus die oftmals angewandte
Zeitwertabschreibung von erworbenen Markenwerten u. U. als
unzureichend, da das Vertrauen in eine Marke und damit ihr
Wert im Zeitablauf wachsen. Je öfter eine Marke ihr Leistungs-
versprechen erfüllt und die Kunden ihre positive Erfahrungen
machen, desto größer wird das Vertrauenskapital und damit
auch der Wert der Marke.



3   Vgl. zum vorangegangenen Abschnitt Schiller, W.; Quell, M.: Brand Risk Mana-
    gement – Marke als Gegenstnd des ganzheitlichen Risiko-Managements, in: Ro-
    meike, F.; Finke, R. [Hrsg.]: Erfolgsfaktor Risiko-Management, Wiesbaden 2003,
    S. 117-127.
4   Quelle: Company Profile von Thomson Financial Services, 01.06.2003.



                                                                               4
DIE BEDEUTUNG DER MARKE IM RATING-PROZESS




Um zu einer realistischen (d. h. von Einflüssen des Bilanzrechts
unverfälschten) Einschätzung des ökonomischen Potenzials der
Marke zu gelangen, wurden zwar zahllose Markenbewertungs-
verfahren entwickelt, alle derzeit praktizierten Ansätze weisen
jedoch methodische Defizite auf und sind stets einer gewissen
(bewussten oder unbewussten) Willkür des jeweiligen Analysten
unterworfen. Diese Schwächen zeigen sich nicht zuletzt daran,
dass die Ergebnisse der einzelnen Markenbewertungsverfahren
mitunter ganz erhebliche Differenzen aufweisen: Beispielsweise
bezifferte die Markenagentur Interbrand den Wert der Marke
Siemens im Jahr 2002 auf gut 1 Mrd. US-Dollar 5, während sie
in einer anderen Analyse der Financial Times mit knapp 21 Mrd.
Euro bewertet wurde 6. Derart eklatante Unterschiede mögen auf
den ersten Blick zwar unverständlich erscheinen, sind jedoch
durchaus erklärbar, wenn man sich nochmals den spezifischen
Charakter der Marke vor Augen führt: Ein lebendiger und dyna-
mischer Organismus, wie die Marke, lässt sich mithilfe eines
starren Bewertungsmechanismus nicht exakt erfassen. Insge-
samt bleibt festzuhalten, dass die heute angewandten Verfah-
ren zur Ermittlung von Markenwerten ihren selbst formulierten
Ansprüchen nur bedingt gerecht werden und damit für die Zwe-
cke des Ratings ebenfalls keinen Ausweg aus dem Bewertungs-
dilemma eröffnen.
Deshalb empfiehlt es sich, die Einbeziehung der Marke in das
Rating mit Hilfe eines ganzheitlichen Ansatzes vorzunehmen.
Mögliche Aspekte die daher auch im Rahmen des Rating abge-
prüft werden sollten, umfassen daher u. a. die folgenden Fakto-
ren: 7




5   Interbrand [Hrsg.]: World’s Most Valuable Brands 2001, elektronisch veröffent-
    licht unter: http://www.interbrand.com
6   Prellberg, M.: Ranking: Der Markenwert der Spitzenkonzerne, in: Financial Times
    Deutschland vom 14.08.2002
7   Vgl. Schiller, W.; Quell, M.: Brand Risk Management – Marke als Gegenstand des
    ganzheitlichen Risiko-Managements, in: Romeike, F.; Finke, R. [Hrsg.]: Erfolgs-
    faktor Risiko-Management, Wiesbaden 2003, S. 127 f.



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DIE BEDEUTUNG DER MARKE IM RATING-PROZESS




                  Aspekte der Markenbewertung

    •   Verfügt das Unternehmen über verbindliche wertegeleite-
        te Handlungsrichtlinien für alle Unternehmens- bzw. Mar-
        kenbereiche?
    •   Sind die Mitarbeiter in der Lage, das wirklich Einzigartige
        und Alleinstellende an der Marke zu erklären?
    •   Auf welche Art und Weise kommen Produktinitiativen zu-
        stande? (z. B.

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Ratingaktuell.pdf
UNTERNEHMEN UND IHRE KUNDEN




               Die Bedeutung der Marke
               Marke im Rating-Prozess
               im Rating-Prozess
                  Wolfgang R. Schiller/Roland F. Erben
                                                                                              Um den Wertzuwachs einer
                                                                                              Marke zu erreichen, muss diese
                  Jedes Rating ist sui generis zukunftsgerichtet. Schließlich                 behutsam gepflegt werden
                  soll es darüber Auskunft geben, mit welcher Wahrschein-
                  lichkeit erwartet werden kann, dass der Schuldner die Zins-
                  und Tilgungszahlen während der gesamten Laufzeit eines Kre-
                  dits auch tatsächlich leisten wird. Die Erkenntnis, dass ein
                  Urteil über die Solvenz von morgen anhand der Bilanz von
                  gestern nur sehr eingeschränkt möglich ist, dürfte sich im
                  Bereich des Ratings inzwischen als Allgemeinwissen etabliert
                  haben. Folgerichtig gewinnen die so genannten weichen
                  Faktoren und immateriellen Vermögensgegenstände im Rah-
                  men der Rating-Entscheidung zunehmend an Bedeutung.




               B
                       ei der Frage, welche der ver-   größtenteils qualitativ hochwertige
                       schiedenen Rating-Faktoren      Konkurrenzprodukte aus Bil-
                       und Vermögensgegenstän-         liglohnländern) entscheidende
               de in welchem Umfang in das Ra-         Wettbewerbsvorteile realisiert wer-
               ting einfließen sollen, richtet sich    den können. Wie bei fast allen im-
               die Aufmerksamkeit derzeit primär       materiellen Vermögenswerten
               auf Komponenten wie Kunden-             taucht die wirtschaftliche Bedeu-
               stamm, Mitarbeiter-Know-how/Hu-         tung und das Potenzial von Mar-
               mankapital, Innovationsfähigkeit,       ken jedoch in keiner Bilanz auf. So-
               Standortvorteile u. a. m. Im Ver-       wohl nach den Vorschriften des
               gleich mit diesen Assets wird ei-       HGB als auch nach IAS besteht der-
               nem der wichtigsten Wertetreiber        zeit ein explizites Aktivierungsver-
               des Unternehmens allerdings noch        bot für selbst erstellte Markenwer-
               relativ wenig Beachtung geschenkt:      te. Obwohl im Zuge der IAS-Wei-
               der Marke.                              terentwicklung derzeit intensiv
                                                                                                 Charakteristika und
                                                       über Möglichkeiten eines möglichst
                  Die Marke im Rating-Prozess                                                    Bedeutung der Marke
                                                       transparenten und realistischen Bi-
                 Eine stärkere Berücksichtigung        lanzausweises von „Intangible As-         Zuallererst ist Marke weitaus
               der Marke erscheint nicht zuletzt       sets“ diskutiert wird, blenden vie-    mehr als ein Produkt mit einem Lo-
               deshalb als Desiderat, da durch ei-     le Manager markenrelevante Aspek-      go. Marke ist vielmehr die Idee und
               ne markenzentrierte Unterneh-           te bei ihren Entscheidungen noch       das Konzept, das hinter dem Pro-
               mensstrategie gerade unter den mo-      weitestgehend aus. Die primäre Ur-     dukt steht, es charakterisiert und
               mentanen wirtschaftlichen Rah-          sache für die systematische Unter-     differenziert. Diese Idee bleibt selbst
               menbedingungen (steigende Wett-         schätzung der Marke ist dabei nicht    dann bestehen, wenn sich das Pro-
               bewerbsintensität, Preiskampf mit       selten ein falsches Markenver-         dukt ändert. Beständigkeit ist dabei
               Discountern sowie zunehmende,           ständnis.                              keinesfalls mit Starrheit gleichzu-


16   RATINGaktuell 06/2003
                                                                            UNTERNEHMEN UND IHRE KUNDEN




setzen, sondern garantiert vielmehr      die Vermittlung von Werten als                                         zelnen Element des Markensystems
eine Kontinuität und Selbstähn-          Sinnangebote ermöglicht es, sich                                       auftreten, strahlen unweigerlich
lichkeit in der Weiterentwicklung,       vom Wettbewerb zu differenzieren                                       auch auf die anderen Elemente ab,
mit deren Hilfe das Leistungsange-       und ein entsprechendes Preispre-                                       führen zu Irritationen bzw. Miss-
bot charakterisiert, strukturiert, ga-   mium zu erzielen. Dabei wird die                                       trauen und bedrohen im schlimms-
rantiert und stabilisiert wird. Auf      Wahrnehmung einer Marke und                                            ten Fall die Existenz des gesamten
diese Weise reduziert die Marke das      somit ihre Kundenbindungskraft                                         Systems.
Risiko und die Unsicherheit für den      nicht nur durch die klassischen For-
Kunden. Bedenkt man, dass Pro-           men von Werbung, Marketing und                                            Berücksichtigung der Marke
dukte und Dienstleistungen immer         PR beeinflusst und geformt. Viel
                                                                                                                   im Rahmen des Ratings
                                                                                                                   Welche ökonomische Bedeutung
                                                                                                                Marken besitzen, wird nicht zuletzt
                                                                                                                deutlich, wenn man sich die Ent-
                                                                                                                wicklung und den Wert von strin-
                                                                                                                gent markenzentriert geführten Fir-
                                                                                                                men vor Augen führt. Als promi-
                                                                                                                nentes Beispiel mag hierbei die Co-
                                                                                                                ca Cola Company gelten, deren
                                                                                                                Marktkapitalisierung von knapp
                                                                                                                110 Mrd. US $ ihren Buchwert von
                                                                                                                gut 12 Mrd. US $ um mehr als das
                                                                                                                Neunfache übersteigt.1
                                                                                                                   Bei einer adäquaten Bewertung
                                                                                                                einer Marke im Rahmen des Rating-
                                                                                                                Verfahrens ergeben sich mitunter
                                                                                                                Schwierigkeiten.

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