Die zunehmende Akzeptanz und Verbreitung des Internets hat sowohl in gesellschaftlicher als auch wirtschaftlicher Hinsicht einen tief greifenden Strukturwandel in Gang gesetzt und für Existenzgründer vielfältige Chancen auf dem Weg zum eigenen Unternehmen entstehen lassen. Schon der Blick in die Wirtschaftspresse macht es deutlich: Es vergeht kein Tag und keine Woche, in der nicht über neue, Erfolg versprechende junge Unternehmen aus der so genannten New Economy und ihre Gründer berichtet wird.
Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei Unternehmen, die so plötzlich aufgetaucht sind, dass noch nicht einmal ein passender Name für sie gefunden ist: Internetunternehmen, Dotcoms, E-Companies. Gemeint sind junge Unternehmen, die dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie zuzurechnen sind und das Medium Internet in den Mittelpunkt ihrer Geschäftsaktivitäten stellen. Doch träumen Internetfirmen zu oft vom schnellen Geld an der Börse. Zwar kündet das Paradigma der New Economy von einer neuen Welt der Wirtschaft, die man im Begriff ist zu entdecken, doch zeigen gerade die jüngsten Krisen einzelner Dotcoms, dass auch in der neuen Welt die alten Regeln der Ökonomie ihre Gültigkeit behalten.
Schon der Blick auf die Business-Pläne vieler Start-up-Unternehmen zeigt, dass dieses in der Euphorie der derzeitigen Gründungswelle manchmal in Vergessenheit gerät: So hat eine Untersuchung von 500 Business-Plänen aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie gezeigt, dass häufig schon die Marktanalyse für die Start-up-Idee schwer wiegende Mängel aufweist (Econa/Marketlab, 2000: Die zehn häufigsten Fehler beim Erstellen eines Business-Plans, Berlin; vgl. auch: Internetfirmen träumen zu oft vom schnellen Geld an der Börse, in: F.A.Z., 6. März 2000, S. 31).
Nicht selten wird der Markt weder quantitativ abgeschätzt noch werden die potenziellen Kunden identifiziert und ihre Bedürfnisse systematisch analysiert. So stehen vielfach die technischen Details schon fest, während es an einem klaren Verständnis vom Kunden, seiner Probleme und des aus der Start-up-Idee resultierenden Kundennutzens noch mangelt. Doch ist es nicht damit getan, in die richtige Soft- und Hardware zu investieren. Stattdessen entscheiden nach unseren Erfahrungen vorrangig die klare Marketingkonzeption und die daraus resultierende Fähigkeit, Kundenorientierung intern und am Markt durchzusetzen, über Erfolg oder Misserfolg (vgl. u. a. Bruhn, Manfred, 1999; Kundenorientierung ‑ Bausteine eines exzellenten Unternehmens, München).
Die Herausforderungen und Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Marketingkonzeption aufzuzeigen ist Gegenstand dieses Fallbeispiels. Dabei werden Fallstricke und Erfolgsfaktoren verdeutlicht, konkrete Hilfestellungen für die praktische Umsetzung gegeben und abschließend am Beispiel eines Beteiligungsunternehmens der Econa AG, Deutschlands erstem New Economy Investment House, illustriert. Econa ist spezialisiert auf Engagements in den Kernbereichen Internet und Entertainment. Das Unternehmen beteiligt sich an jungen wie auch etablierten Unternehmen und berät diese mit dem Ziel, in kürzester Frist die besten Marktchancen wahrzunehmen und in Spitzenpositionen vorzudringen.
Der Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch "Marketing Praxis" (mit freundlicher Genehmigung des F.A.Z.-Institut).
Das Buch können Sie hier bestellen.
-
0.02 MB
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.



