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Konzeptionelle Anforderungen an Marketingkennzahlensysteme

Sven Reinecke
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Beschreibung
"Was wir brauchen, bekommen wir nicht. Was wir bekommen, verstehen wir nicht. Was wir verstehen, erhalten wir nicht." Solche oder ähnliche Klagen hört man nicht selten von Führungskräften, die bemängeln, dass sie häufig nicht die richtigen Informationen zur richtigen Zeit in der richtigen Form erhalten, um bestmögliche Management-entscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere für Marketing-führungskräfte, an deren Informations- verarbeitungskapazität aufgrund des Schnittstellencharakters des Marketing besonders hohe Anforderungen gestellt werden: Marketing muss einerseits sicherstellen, dass alle Tätigkeiten des Unternehmens kunden- und konkurrenzorientiert koordiniert werden, andererseits liefert Marketing als Schnittstelle zum Markt Informationen über die Unternehmensumwelt (Stichwort: Marktforschung).

Im vorliegenen Arbeitspapier werden drei Thesen erörtert und begründet:

1. Marketingplanung und -controlling nutzen das Potential von Kennzahlen und Kennzahlensystemen bisher nicht ausreichend.

2. Die vorhandenen betriebswirtschaftlichen Kennzahlensysteme sind nur teilweise geeignet, die Koordinationsprobleme des Marketing zu lösen.
3. Ein Kennzahlensystem, das den Anforderungen des Marketingmanagement gerecht werden soll, muss ? neben allgemeinen, eher formalen Anforderungen an Kennzahlensystemen ? insbesondere drei Anforderungen gerecht werden:
· Ein Marketingkennzahlensystem sollte potentialorientiert sein und somit sehr eng mit der zu verfolgenden Wettbewerbs- und Marketingstrategie verbunden sein.
· Um sowohl die vertikale Abstimmung zwischen Strategie und Umsetzung als auch die Koordination der Vielfalt der operativen Marketingtätigkeiten zu unterstützen, sollte ein Marketing- kennzahlensystem deduktive und induktive Konstruktionselemente miteinander verbinden. Daher sollte es einerseits mit einem durchgehenden Marketingplanungssystem gekoppelt sein, das strategische Vorgaben in operative Massnahmen übersetzt. Andererseits sollte das Kennzahlen- system stellenspezifische Informationsbedürfnisse innerhalb des Marketing berücksichtigen ? beispielsweise des Brand-Managements, der Werbeleitung oder des Key-Account-Managements.
· Ein Marketingkennzahlensystem sollte kein isoliertes System sein, sondern vielmehr mit etwaigen gesamtunternehmerischen Konzepten wie der Balanced Scorecard oder Shareholder- Value-Ansätzen gekoppelt werden.
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Autor
  • Sven Reinecke
    Prof. Dr. Sven Reinecke

    Geboren am 12. Juli 1967 in Wolfsburg (Deutschland), Bürgerort St. Gallen, Nationalität D/CH Assistenzprofessor für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Marketing an der Universität St. Gallen Leiter des Kompetenzzentrums "Marketing Performance Management" und des langjährigen Forschungsprogramms "Best Practice in Marketing" (in enger...