Marketingcontrolling ist ein klassisches Schnittstellenthema zweier betriebs-wirtschaftlicher Forschungsteilgebiete. Wie bei vielen solcher fachlich nicht eindeutig zurechenbaren Themen führt dies dazu, dass Terminologie und inhaltliche Abgrenzungen äusserst vage und zum Teil sogar widersprüchlich sind. Ferner benötigen neue Erkenntnisse und Entwicklungen in einer Teildisziplin sehr lange, bis sie in das Schnittstellengebiet beziehungsweise zur anderen Teildisziplin vordringen.
Marketingcontrolling wird derzeit insbesondere durch informationsversorgungs- und koordinationsorientierte Controllingansätze dominiert. Hervorzuheben sind insbesondere die Arbeiten von KÖHLER, dem das Verdienst zukommt, Marketingcontrolling massgeblich strukturiert und geprägt zu haben. Viele Erkenntnisse des strategischen Marketingcontrolling beziehungsweise des Marketingaudits gehen auf TÖPFER zurück. In der Controllingforschung zeichnen sich allerdings zahlreiche neue Entwicklungen ab, die insbesondere in ihren Konsequenzen für eine marktorientierte Unternehmensführung interessant sind. So erweitert beispielsweise ein neuer Ansatz von WEBER die Perspektive des Controlling und lenkt die Aufmerksamkeit auf Gebiete, die in der Marketingwissenschaft intensiv diskutiert werden:
- Wie können bei Marketingentscheidungen Reflexion
und Intuition im Gleichgewicht gehalten werden?
- Wieviel Marketingplanung ist sinnvoll?
- Wie können strategisches und operatives Marketing besser abgestimmt werden?
- Wie kann das Marketingmanagement einen Erfolgsbeitrag des Marketing belegen?
Dieses Arbeitspapier verfolgt den Zweck, den Entwicklungsstand des Marketingcontrolling kritisch zu hinterfragen und - vor dem Hintergrund der gewählten neuen Perspektive - weiteren Entwicklungsbedarf aufzuzeigen.
Marketingplanung und Marketingcontrolling sind eng miteinander verwoben. Daher werden im Rahmen dieses Arbeitspapier insbesondere auch Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich des Marketingcontrolling aufgezeigt, die sich durch den am Forschungsinstitut für Absatz und Handel an der Universität St. Gallen entwickelten "aufgabenorientierten Ansatz" im Marketing ergeben.
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