„Software as a Service“ bzw. Cloud-Anwendungen im Produktionsbereich sind nach meiner Erfahrung heute keine prinzipiellen technischen Herrausforderungen mehr. Fertigungseinrichtungen lassen sich mit sehr hoher Datensicherheit und Verfügbarkeit an MES-Server irgendwo in einem Rechenzentrum anbinden. Hier kommen eher psychologische Fragen ins Spiel:
Vertrauen die Fertigungsmitarbeiter einem solchen Konzept oder muss es unbedingt der „eigene“ MES-Server im Meisterbüro sein? Insbesondere bei dieser Frage punkten dann MES-Lösungen, die sehr gut skalieren, d. h. auf einer sehr breiten Palette an HW-Konfigurationen sowohl lokal wie zentral einsetzbar sind.
Entscheidend für den Erfolg ist, wie gut IT- und Anwendersupport in jedem Fall funktionieren. Die beste Anwenderzufriedenheit erreicht erfahrungsgemäß ein Szenario, bei dem ERP und MES von der gleichen Support-Organisation unterstützt werden, da beide Ebenen die gleiche technologische Plattform nutzen. Die Anwender haben dann einen zentralen Ansprechpartner für ihre Themen und ein Ping-Pong-Spiel nach dem Prinzip „Da können wir nicht helfen, da müssen Sie sich an die anderen wenden“ tritt gar nicht erst auf. Produktions- und Logistikmitarbeiter sind dann wirklich froh und die Frage des IT-Betriebskonzeptes ist eher zweitranging.
Unternehmen der Fertigungsindustrie diskutieren Konzepte wie SaaS und Cloud primär im Zusammenhang mit dem ERP-System – in der Praxis also meist mit SAP. So macht es durchaus Sinn sich dabei auch mit SAP Manufacturing Execution zu beschäftigen, um eine aus allen Perspektiven integrierte Lösung zu erreichen.