Im Zeitalter des Web 4.0 wird immer weniger ein konkretes Bedürfnis oder der dezidierte Bedarf eines Kunden Auslöser für die Wertschöpfung eines leistenden Unternehmens sein. Die Grenzen zwischen Kunden, Anbietern, Partnern, und damit auch zwischen den Unternehmen selbst, verschwinden schrittweise durch die zunehmende Vernetzung der wertschöpfenden Individuen. Nach meiner Einschätzung werden Immer öfter unternehmensübergreifende Innovationen der Wegbereiter für gemeinsame wertschöpfende Prozesse sein, von denen die beteiligten Individuen intellektuell und monetär profitieren. War die Maxime bei CRM noch, im Rahmen einer kundenorientierten Unternehmensstrategie sämtliche Prozesse aus der Perspektive des Kunden zu modellieren, wird in Zukunft wahrscheinlich die Teilhabe an und die Gestaltung sowie die Steuerung dieser Beziehungsnetzwerke den Erfolg der Markteilnehmer entscheidend beeinflussen bzw. bestimmen. XRM ist hier nicht nur ein Leitprinzip, das geeignet ist, diese Entwicklung zu beschreiben. Vielmehr könnte XRM eine neue ökonomische Maxime global vernetzter Wertschöpfungssysteme werden, die eine Eigendynamik entwickelt und weitere Kapitalflüsse kanalisiert. Diese Entwicklung birgt Chancen aber auch Risiken. Es gilt meiner Meinung nach, mit geeigneter Technik sowie nachvollziehbaren Kommunikations- und Interaktionsregeln die Netzwerke und Prozesse für möglichst viele Marktteilnehmer nutzbar zu machen. Traditionelles Marketing wird in diesen Netzwerken voraussichtlich kaum noch eine Rolle spielen. Sowohl das Marketing als auch die IT-Systeme der Unternehmen werden nach und nach von diesem Netzwerk-Gedanken dominiert werden.