Der Markt für Smartphones boomt. In Deutschland beispielsweise prognostiziert der Branchenverband BITKOM ein Absatzplus von knapp 40 Prozent für das Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr. Das hat viele Gründe: Die mobilen Internettarife sind erschwinglich geworden. Und auch die Geräte selbst werden immer leistungsfähiger. Das liegt unter anderem an immer besseren Technologien, die von den kleinen Alleskönnern unterstützt werden – Stichwort: HTML5, CSS3 und Javascript. Smartphones sind von einem Nischenprodukt für Early Adopters zum Massenprodukt geworden.
So gewinnt auch die Diskussion „Native App versus Web“ wieder an Fahrt. Es gibt wohl kaum noch einen Lebensbereich, für den es keine App gibt. Wir bei BSI verfolgen diesen Diskurs und Feedbacks von Kunden sehr aufmerksam – haben diese Gespräche doch unmittelbaren Einfluss auf die Weiterentwicklung von BSI CRM. Für den BSI Blog habe ich zu diesen Themen mit unserem Software-Ingenieur Jérémie Bresson gesprochen.
Jérémie, du kommst ursprünglich aus der Mobile-App-Entwicklung, bist aber schliesslich bei BSI gelandet. Ist das Entwickeln von Smartphone-Apps nicht cooler als CRM und Business-Software?
Die Endprodukte sind schon sehr unterschiedlich. Aber grundsätzlich unterscheidet sich die Entwicklung kaum: Ich mag die Aufgabe des Programmierens an sich. Ich liebe strukturierten Code, eine gute Wartbarkeit von Anwendungen und intelligente Software-Architekturen. Eine mobile Anwendung muss hier die gleichen Qualitätskriterien erfüllen wie das CRM eines Konzerns.
Wie erlebst du die aktuelle Diskussion um „Native App versus Web“?
Ich finde, da wird viel zu viel schwarzweiss gemalt und oft nur an der Oberfläche gekratzt. Oft hapert es schon an der Definition: Was ist eine App eigentlich genau? Von der Entwicklung her unterscheidet sich eine Anwendung für ein Smartphone-System kaum von der für eine rein webbasierte Anwendung – beides sind Apps, für die ich Code schreiben muss. Die Entwicklung einer Web-Applikation hat den Vorteil, dass die Technologien und die Programmiersprachen auf jeder Plattformen dieselben sind, aber die Komplexität nimmt nicht unbedingt ab, da die Fragmentierung auch berücksichtigt werden muss: Die Geräte haben unterschiedlich grosse Bildschirme, unterschiedlich viel Speicher, die Web-Browser sind unterschiedlich, sie unterstützen unterschiedliche Versionen von HTML und Javascript usw..
Interessant, diese Fragen stellt man sich als Anwender nicht. Was würdest du Unternehmen nun raten, gibt es überhaupt einen Königsweg?
Ein klares Nein. Unternehmen müssen sich viele Fragen beantworten, etwa: Wie viele Betriebssysteme will oder muss ich bedienen? Wie viele Anwender sollen die App nutzen? Wie stark möchte ich mich differenzieren? Möchte ich zum Beispiel Vertrautheitsvorteile der Betriebssysteme nutzen, indem ich meine App in das Look-and-Feel des Betriebssystems einpasse? Brauche ich Zugriff auf die Hardware? Fragen wie diese müssen natürlich auch immer mit Blick auf die Kosten beantwortet werden.
Wie siehst du die Zukunft: Native App oder Web App?
Schwer zu sagen – das kommt, wie gesagt, immer auf das Einsatzgebiet an. Gut möglich, dass beide Konzepte gleichberechtigt existieren werden. Ich persönlich bin nach wie vor ein grosser Fan der nativen App. Gerade aber bei unseren Kunden, die BSI CRM auf vielen unterschiedlichen Geräten einsetzen, macht eine web-basierte Applikation viel mehr Sinn. Deswegen beschäftigen wir uns bei BSI auch stark mit Single Sourcing, also der Frage, wie verschiedene Anwendungen denselben Code teilen können – das berühmte Motto „Write once, run it everywhere“. Unsere Vision ist, dass unterschiedliche Anwender verschiedene Front-Ends brauchen. Dabei ist es wichtig, dass der Code nicht doppelt entwickelt wird.
Vielen Dank, Jérémie!
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Hinweis von Jessica Schmidt, BSI Business Systems Integration AG zu Den Königsweg für mobile Apps gibt es nicht | 8.12.2011, 14:40:59 Den Königsweg für mobile Apps gibt es nicht - Interview mit BSI-Software-Ingenieur Jérémie BressonAntworten ( 8 )



