Regierungstruppen und Rebellen liefern sich seit Februar 2011 erbitterte Gefechte: Zwischen den Fronten in Libyen stehen auch viele ausländische Unternehmen - insbesondere deren Projektteams vor Ort. So mussten Maschinenbauunternehmen blitzschnell in Libyen Baustellen stilllegen. „Die Projektteams stehen vor gewaltigen Herausforderungen“, berichtet Alexander H. Kogler, Managing Partner der Unternehmensberatung next level consulting. Die Krisen treffen vor allem mittelständische Unternehmen hart, für sie können politische Unruhen existenzbedrohend werden. „Ich kenne Unternehmen, die in Libyen gleich mehrere Projekte abbrechen mussten“, berichtet Kogler aus seiner Beratungspraxis.
Libyen und andere Länder Nordafrikas sind mit ihren gegenwärtigen Unruhen kein Einzelfall. In vielen Ländern gärt es politisch – und die Exportnation Deutschland treibt auch dort ihre Projekte voran. Deutsche Unternehmen bauen dort Fabriken und Kraftwerke, wirken an Infrastrukturvorhaben mit oder verbessern die Telekommunikationstechnik. Von politischen Tumulten oder Bürgerkrieg überrascht stehen Unternehmen vor zwei großen Aufgaben. Zum einen müssen sie schleunigst ihre Projekte stoppen. Trotz aller Hektik gehen sie systematisch vor und konservieren ihr Projekt so, dass später die Arbeiten schnell wieder aufgenommen werden können. Zum anderen müssen sich Unternehmen daheim vor den Ausläufern der Krisen rüsten. „Jede Krise, in die ein Unternehmen verwickelt wird, verunsichert Mitarbeiter, Lieferanten, Banken und andere Partner“, weiß Alexander Kogler, „deshalb sollten Unternehmen sofort die Krisenkommunikation starten und Gerüchten umgehend die Nahrung entziehen.“ Was Fachleute Projektteams und Unternehmen empfehlen, wenn es am Einsatzort politisch brenzlig wird...
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