Investieren in die Zukunft
Die Notierungen vieler Rohstoffe sind in den vergangenen Monaten weiter gestiegen und haben teilweise schon wieder das Niveau von Mitte 2008 erreicht. Gleichzeitig hat die Debatte um einen schnelleren Atomausstieg nicht nur in Deutschland an Dynamik gewonnen. Keine Frage: Damit Energie in Zukunft nicht nur sicher erzeugt wird, sondern auch bezahlbar bleibt, sind Alternativen gefragt. Viele davon eignen sich auch als Investmentthemen.
Mit grünen Autos um die Welt. Ende Januar brachen einige grüne Mercedes- B-Klasse-Modelle zu einer Fahrt rund um den Globus auf. In Stuttgart gestartet, tourten die Autos im sogenannten F-Cell World Drive zunächst durch Europa, dann durch die USA und Kanada, ehe es nach Australien ging. Das Besondere: Die Fahrzeuge werden mit Brennstoffzellen betrieben und tanken Wasserstoff.
Das Beispiel zeigt: Ein Umdenken in der Energiepolitik ist in vollem Gang. Ganz gleich, ob Politiker, Unternehmer oder Verbraucher – jeder weiß, dass vor allem preiswertes Rohöl nicht mehr länger in ausreichender Menge vorhanden ist. Der Preis für ein Fass des „schwarzen Goldes“ hat die Marke von 100 Dollar längst wieder übersprungen. Der Grund liegt vor allem in der wachsenden Nachfrage. Die Emerging Markets sind nach der Finanzkrise schnell auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Und auch die westlichen Industrienationen erholen sich. Auf der anderen Seite ist das Angebot begrenzt. Kommt es zu Förderstörungen, etwa durch eine Havarie auf einer Bohrinsel oder durch politische Auseinandersetzungen wie aktuell in Nordafrika, kann sich das schnell auf den Preis auswirken.
Hohe Energiepreise helfen Solar, Wind und Co.
Auto fahren, heizen, Strom – alles wird durch den Preisaufschwung beim Öl teurer. Und alternative Energiequellen werden immer mehr salonfähig. Je teurer der Liter Sprit, umso leichter werden es Hersteller von Hybrid- oder Brennstoffzellenfahrzeugen haben. Und je teurer die Kilowattstunde Strom wird, umso attraktiver wird die Installation einer Photovoltaikanlage. Gut möglich, dass in einigen Jahren Solarenergie auch ohne staatliche Förderung konkurrenzfähig sein wird und Brennstoffzellenfahrzeuge zu erschwinglichen Preisen verkauft werden.
Innerhalb der Stromerzeugung galt die Atomkraft lange Zeit als preiswerte Alternative – aber eben auch als riskante. Das Beispiel Japan zeigt, dass es durch Naturkatastrophen oder auch technisches Versagen jederzeit zu Schäden an Reaktoren und zum Austritt von Radioaktivität kommen kann. Die Ereignisse haben vielerorts zum Umdenken geführt. So ist in Deutschland statt von einer Verlängerung der Laufzeiten nun von einem schnelleren Abschalten verschiedener Meiler die Rede. [...]
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