Leider sind wir Deutschen im Punkto Nachhaltigkeit etwas zu gründlich! Bevor die Lösung nicht perfekt ist, so scheint es, wollen wir den ersten Schritt nicht gehen! Während in Deutschland lt. Eurosif Studie weniger als 1% aller Gelder unter nachhaltigen Aspekten angelegt werden, haben wir in Europa Quoten von mehr als 40%. Natürlich überwiegen hier deutlich die „hellgrünen“ Konzepte, doch immerhin ist auch der Anteil der etwas konsequenter angelegten Gelder noch 10x höher als in Deutschland.
Ich persönlich bin froh um jeden Produktanbieter, der überhaupt darüber nachdenkt, wie er den anvertrauten Kundengeldern einen gesellschaftlichen Zusatznutzen bieitet. Die Green Washing Diskussion der Fundamentalisten ist eher kontraproduktiv, denn sie verunsichert die Bank- und Anlageberater und liefert den Vorwand, sich gar nicht erst mit der Thematik der nachhaltigen Geldanlagen zu befassen. Ich würde mich über mehr Pragmantismus aber auch mehr Ehrlichkeit und Transparenz in der Branche freuen. Die meisten Kunden wollen wegen der Nachhaltigkeit selbst auch nicht auf Rendite verzichten und können daher nachvollziehen, dass auch in einem nachhaltigem Fonds Kompromisse zwischen den Rendite- und Nachhaltigkeitszielen notwendig sein können. Hier muss als Produktanbieter man nur ehrlich und offen erklären, was konkret der Fonds im Bezug auf Nachhaltigkeit zu leisten vermag.