Projektbeschreibung
Pflanzliche Abfälle wie Zuckerrohrblätter, Kokosnussschalen, Maiskolben und Plantagenholzreste werden für gewöhnlich direkt auf dem Feld verbrannt oder verrottet. Beides führt zu schädlichen Emissionen von CO2 bzw. Methan.
Das 4,5 MW Biomassekraftwerk im indischen Bundesstaat Karnataka nutzt diese landwirtschaftlichen Reststoffe mit niedrigem Brennwert hingegen zur Bereitstellung von Strom. Die pflanzlichen Abfälle werden in einem Dampfkessel verbrannt. Der hierbei entstehende Dampf wird einer Turbine zur Stromerzeugung zugeführt. In das regionale Netz eingespeist, ersetzt der Ökostrom aus konventionellen fossilen Brennstoffen generierte Elektrizität. Auf diese Weise können durch die Nutzung von Biomasse CO2-Emissionen eingespart werden.
Neben der Reduzierung des CO2-Ausstoßes wirkt sich das Klimaschutzprojekt positiv auf das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen in der Region aus. Die Bevölkerung vor Ort beteiligte sich aktiv an der Planung des Projekts und profitiert in mehrfacher Weise von dem Technologietransfer. Die lokalen Bauern können ihre organischen Abfälle verkaufen und die im Kraftwerk entstandene Asche anschließend wieder auf den Feldern als Dünger einsetzen. Infolge des Projekts wurden außerdem neue Arbeitsplätze für den Betrieb der Anlage und die Aufbringung des Düngers auf den Feldern geschaffen.
Zusätzlichkeit
Die Nutzung von Biomasse mit niedrigem Brennwert, die auf den Feldern als Abfall anfällt, führt zu höheren Kosten und besonderen technischen Anforderungen in der Stromgewinnung. Erst die Erlöse aus dem Verkauf der Emissionsgutschriften ermöglichen den wirtschaftlichen Betrieb der Anlage. Damit erfüllt das Projekt das Zusätzlichkeitskriterium des Clean Development Mechanism und des Gold Standards, das eine Reduktion des Treibhausgasausstoßes vorschreibt, die über ohnehin eintretende oder gesetzlich vorgeschriebenen Senkungen hinausgeht.
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