Projektbeschreibung
Die Mamak-Mülldeponie in der Nähe von Ankara entsorgt täglich durchschnittlich 3.500 Tonnen Siedlungsabfälle, von denen 60 % Bioabfälle sind. Vor Projektbeginn wurden die Abfälle ohne Weiterbehandlung offen abgelagert. Hierbei entsteht sogenanntes Deponiegas, das zu 50 % aus dem gefährlichen Treibhausgas Methan besteht.
Die Deponiegasanlage mit einer Gesamtleistung von 22,6 MW saugt das bei der Verrottung entstehenden Deponiegas ab und verhindert so die Freisetzung in die Atmosphäre. Zudem wird das Gas zur Erzeugung von Strom genutzt. In das regionale Netzt eingespeist, ersetzt der Ökostrom aus konventionellen fossilen Brennstoffen generierte Elektrizität. Auf diese Weise können durch die Nutzung von Biomasse CO2-Emissionen eingespart werden.
Neben der Reduzierung der CO2-Emissionen wirkt sich das Klimaschutzprojekt positiv auf das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Region aus. Die lokale Bevölkerung beteiligte sich aktiv an der Planung des Projekts und profitiert in mehrfacher Weise von dem Technologietransfer. Infolge des Projekts wurden neue Arbeitsplätze für den Betrieb der Anlage geschaffen. Die Luftqualität konnte deutlich verbessert werden. Daneben werden mithilfe der Abwärme mehrere Gewächshäuser beheizt. 2009 wurde das Projekt mit dem „World Bank Award for Best Environmental Project“ausgezeichnet.
Zusätzlichkeit
Die Nutzung von Deponiegas führt zu höheren Kosten und technischen Anforderungen in der Stromgewinnung, da die Anlage in Mamak die erster ihrer Art in der Türkei ist. Erst die Erlöse aus dem Verkauf der Emissionsgutschriften ermöglichen den wirtschaftlichen Betrieb der Anlage. Damit erfüllt das Projekt das Zusätzlichkeitskriterium des Gold Standards, das eine Reduktion des Treibhausgasausstoßes vorschreibt, die über ohnehin eintretende oder gesetzlich vorgeschriebenen Senkungen hinausgeht.
-
1 MB
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.





