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Chinas 12. Fünfjahresplan: Geld ausgeben und Kaufkraft stärken

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Chinas 12. Fünfjahresplan: Geld ausgeben und Kaufkraft stärken

Chinas 12. Fünfjahresplan zielt in erster Linie darauf ab, ein möglichst nachhaltiges Wirtschaftswachstum anzuschieben und Überinvestitionen in einzelne Branchen einzudämmen. Dazu kommen soziale Reformen sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung, um China zum Zentrum der asiatischen Technologieentwicklung zu machen. Bleibt die Frage, ob es gelingen wird, so unterschiedliche Ziele miteinander zu vereinbaren.

DER PLAN FÜR AUSGEWOGENES WACHSTUM IST VERABSCHIEDET
Aus politischer Perspektive sollte der jüngste Fünfjahresplan eher als ‘Richtlinie’ denn als ‘Plan’ verstanden werden. Als die Behörden in Peking den 11. Fünfjahresplan (2006-2010) verabschiedeten, beanstandeten sie, das Wort “Plan” beinhalte nicht den Wechsel zu einer “sozialistischen Marktwirtschaft”. Sie milderten den Wortlaut ab und sprachen fortan von “Richtlinie”. Inzwischen ist der 12. Fünfjahresplan, der die Ziele für die Jahre 2011 bis 2015 vorgibt, in Kraft.

WEITERENTWICKLUNG DES PLANUNGSPROZESSES
Wie bei allen zentralgesteuerten Planwirtschaften ist ein wohldurchdachter, umfassender Plan die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg. Den 1. Fünfjahresplan (1953-1957) etablierte China nach sowjetischem Vorbild. Man plante Maßnahmen, um Chinas Agrargesellschaft zu einer Industrienation umzuformen. Das Konzept privat geführter Industrieunternehmen wurde in die sozialistische Struktur integriert und von der Eröffnung 654 großer und mittelgroßer Industrieprojekte begleitet. Mit Erfolg, doch die abrupte Umstellung von der agrarwirtschaftlichen auf die industrielle Produktion kostete ihren Preis. Als man mit verschiedenen Initiativen, wie z.B. Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, versuchte, die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern, geriet die Natur aus dem Gleichgewicht. Die Folge waren Missernten und damit eine Verknappung der Nahrungsmittelversorgung.

BALANCE ZWISCHEN WACHSTUM UND SOZIALEM AUSGLEICH
Einer der wichtigsten strategischen Ziele der chinesischen Regierung ist die Reformierung der sozialen Strukturen. Auch wenn der Lebensstandard des durchschnittlichen chinesischen Arbeiters im Laufe einer Generation deutlich gestiegen ist, profitiert dieser Teil der Bevölkerung nicht wirklich von der Modernisierung Chinas. Laut Angaben des chinesischen Statistikamtes ist der Anteil der privaten Einkommen am BIP von 63% im Jahr 1982 auf 41% im Jahr 2009 geschrumpft1. Schuld ist primär die ungleiche Einkommensverteilung, die vor allem zu Lasten der unteren Einkommensgruppen geht. Der 12. Fünfjahresplan will dies korrigieren. Der Wohlstand soll gleichmäßiger verteilt, der Binnenkonsum ausgeweitet, die Entwicklung der ländlichen Gebiete und des Inlands vorangetrieben und die sozialen Netze ausgebaut werden. China strebt eine Balance zwischen Wachstum und besseren Sozialstrukturen an. Der Plan beinhaltet Maßnahmen zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus und zur Umverteilung des Wohlstandes. So sollen in den kommenden fünf Jahren 36 Millionen Sozialwohnungen gebaut werden. Zudem hofft die Regierung, die nationale Sparrate senken zu können, indem sie die staatliche Rente erhöht und die Gesundheitsversorgung ausweitet. Damit will man erreichen, dass die Menschen weniger Geld fürs Alter oder für den Krankheitsfall zurücklegen müssen. [...]

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