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Die „Jasmin-Revolution“ und ihre Folgen

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Die „Jasmin-Revolution“ und ihre Folgen

Demonstrationen gegen das Regime haben in Tunesien und Ägypten die dortigen Machthaber zum Rücktritt gezwungen. Die Unruhen haben auch auf Libyen übergegriffen, das seit mehr als 40 Jahren mit harter Hand von „Revolutionsführer“ Gaddafi regiert wird. Da Libyen am Ölmarkt eine nicht zu vernachlässigende Größe ist, haben die Schwankungen an den Finanzmärkten zugenommen. Gleichzeitig ist der Ölpreis auf 119 US-Dollar und damit den höchsten Stand seit 28 Monaten nach oben gesprungen.

Je näher die Proteste für mehr Demokratie an die Öl produzierende Region im Nahen Osten heranrücken, umso größer wird die Angst der Anleger vor einem Ölpreisschock wie in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein solches Szenario halten wir nach wie vor für eher unwahrscheinlich. Solange jedoch die Unsicherheiten anhalten, dürfte der Ölpreis auf höherem Niveau verharren.

EIN KURZER ÜBERBLICK
Libyen ist das erste der größeren Öl produzierenden Länder, das von der Revolte im Nahen Osten, die ihren Anfang mit der Jasmin-Revolution in Tunesien nahm, erfasst wurde. Libyens Anteil an der weltweiten Ölproduktion beläuft sich auf ca. 2% (1,6 Millionen Barrel pro Tag). Es gehört außerdem zu den großen Erdölexporteuren: Seine Lieferungen machen etwa 10% der Importe Westeuropas aus. Einen kräftigen Sprung nach oben tat deshalb der Ölpreis, als die beiden größten Ölproduzenten in Libyen, ENI und Repsol, ihre Produktion stoppten. Da auch Total und andere Ölfirmen ihre Förderung vorerst eingestellt haben, stehen laut Schätzungen aktuell mindestens die Hälfte der Öl produzierenden Anlagen in Libyen still.

Das hat den Rohölpreis kräftig nach oben getrieben, obwohl die OPEC (insbesondere Saudi- Arabien) über ausreichend Reservekapazitäten verfügen, um selbst einen Totalausfall der libyschen Produktion wettmachen zu können. Die Marktteilnehmer beruhigt das jedoch nicht wirklich. Zum Einen wohl deshalb, weil das Öl aus den OPEC-Ländern von minderer Qualität ist als das aus Libyen. Schwerer aber dürfte der Umstand wiegen, dass die Preisschübe Ausdruck einer allgemeinen Angst vor weiteren angebotsseitigen Schocks am Markt sind, sollte die „Jasmin- Revolution“ weiter um sich greifen.

WAS TREIBT DEN ÖLPREIS NACH OBEN?
Libyen ist der erste Ölproduzent, der von der Welle der demokratischen Proteste in der arabischen Welt erfasst wurde. Mit seinem 2%-Anteil an der Weltproduktion rangierte es 2010 auf Platz 19 unter den größten Erdöl produzierenden Ländern. Die OPEC und die Internationale Energiebehörde sind durchaus in der Lage, ihr Angebot auszuweiten und damit die aktuelle Nachfrage problemlos zu decken. [...]

Den vollständigen Kommentar finden Sie als PDF-Datei im Anhang!

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