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Beschreibung
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<b>Lokalwährungen und ,High Yield’ bieten zusätzliche Ertragsmöglichkeiten</b><br><br>
Frankfurt, 29. Februar 2008 ‑ Anleihen außerhalb des traditionellen Staatsanleihen-Universums haben in den
vergangenen acht Monaten erhebliche Rückschläge hinnehmen müssen: Die Risikoprämien, die die Anleger verlangen,
um diese Papiere zu halten, sind so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Dabei ist das fundamentale Bild der
<b>Schwellenländeranleihen</b> (Emerging Markets Debt/EMD) unverändert attraktiv: Sie profitieren von der nachhaltig
positiven Entwicklung in den Volkswirtschaften der Emerging Markets. Im Bereich der lokalen Währungsmärkte eröffnen
sich hier neue attraktive Möglichkeiten für langfristig orientierte Investoren. Auch bei den <b>Hochzinsanleihen</b>
sind zweifellos Korrekturen erfolgt. Doch scheint die drastische Ausweitung der Risikoprämien für "High Yield"
die schlechten Nachrichten bereits umfassend zu berücksichtigen.<br><br>
Für Anleger stellt sich die Frage, ob das aktuelle Umfeld Kaufgelegenheiten für diese Märkte bietet,
oder ob weiterhin Vorsicht angebracht ist. Michael Mewes, Leiter des Anleihenteams bei JPMorgan Asset Management
in Frankfurt, sieht 2008 als ein ,Entweder-oder-Jahr’: „Unser Kernszenario für die wirtschaftliche Entwicklung
lässt keine Rezession, sondern eine deutliche Konjunkturabschwächung in den USA erwarten. In diesem Szenario
könnten diejenigen profitieren, die bereit sind, ein höheres Risiko auf der Kreditseite einzugehen.
Sollte es tatsächlich eine US-Rezession geben ‑ wovon wir allerdings weiterhin nicht ausgehen ‑ stünden Anleger mit
Staatspapieren besser da." Seiner Meinung nach ist es sinnvoll, Schwellenländeranleihen oder auch Papiere aus
dem Hochzinsbereich einem globalen Rentenportfolio beizumischen, um das Potenzial der hohen Risikoprämien von rund
3 Prozent (EMD) beziehungsweise 7 Prozent (High Yield) ausschöpfen zu können.<br><br>
<b>Chancen von lokalen Schwellenland-Anleihen erkennen</b><br>
Anleihen der Emerging Markets haben in den vergangenen Jahren überdurchschnittliches Renditepotenzial und Stabilität
bewiesen und sollten sich auch weiterhin ertragsstark zeigen. „Die Sorgen über die Enge der Spreads und einen
zeitnahen Wendepunkt des Zyklus erscheinen unbegründet, denn Schwellenmarktanleihen entwickeln sich nicht
zyklisch wie Unternehmensanleihen, sondern durchlaufen eine langfristige Konvergenz an die Anleihen der etablierten Märkte.
Wir sind der Meinung, dass Schwellenmarktanleihen trotz der im historischen Vergleich geringeren Risikoaufschläge
weiteres Potenzial bieten. Dies umso mehr, als wir von einer weiteren Verbesserung der Bonität in dieser Anlageklasse
und der anhaltenden Annäherung der Spreads von Schwellenmarktpapieren an Investment Grade-Anleihen ausgehen“,
betont Ulrich von Auer, EMD-Experte bei JPMorgan Asset Management.<br><br>
Die anhaltende Verbesserung der Fundamentaldaten liegt nicht nur am kontinuierlich starken Wachstum der Märkte,
viele der Emerging Markets profitieren in besonderem Maße von dem anhaltenden weltweiten Rohstoffboom.
Dies hat zu externen und fiskalpolitischen Überschüssen in beachtlichem Ausmaß geführt.
Zwar vollziehen sich die Veränderungen in einigen der Länder mittlerweile langsamer als früher, sie sind jedoch
struktureller Natur und nicht zyklisch bedingt. Strukturelle Veränderungen sind ein Zeichen von politischer Reife,
Stabilität und einer geringeren Anfälligkeit für externe Störungen. Dazu tragen insbesondere die besseren
Leistungsbilanzen bei: Aus Bilanzdefiziten wurden über die vergangenen Jahre Überschüsse.
Eine umsichtige Fiskalpolitik sowie zyklisch bedingt höhere Einnahmen haben zudem die Staatsverschuldung nicht
nur sinken lassen ‑ sie setzt sich auch neu zusammen. So wandeln die Staaten externe Schulden in interne um und
verlängern die Laufzeiten. In den meisten Schwellenmärkten entfällt ein zunehmender Anteil der Staatsverschuldung
auf Schuldtitel, die auf einheimische Währungen lauten. „Dieser Trend dürfte unseres Erachtens anhalten,
auch weil die Schwellenländer zum ersten Mal die Möglichkeit haben, die wachsende Nachfrage lokaler und
internationaler Pensionsfonds mithilfe nationaler Titel zu befriedigen“, erläutert von Auer.
Natürlich verringert sich durch die Verlagerung von einer externen auf eine interne Finanzierung nicht die
Zahlungsbelastung der Staaten insgesamt. Die Länder werden dadurch jedoch widerstandsfähiger gegen externe Einflüsse.
Zudem ist der rück-läufige Anteil der staatlichen Gesamtverschuldung am BIP ein Beleg für eine bessere Finanzlage.<br><br>
Laut Ulrich von Auer sprechen viele Argumente für ein Engagement in Schwellenländer-Anleihen lokaler Währungen:
So lag zum 31. Dezember 2007 das durchschnittliche Rating der Lokalwährungsanleihen bei A-, vier Stufen über dem
Durchschnitt der Fremdwährungsanleihen von BB+. Das an der Duration gemessene Zinsrisiko lag mit 4 Jahren
deutlich unter den 7 Jahren für die Fremdwährungsanleihen. Dennoch verzeichneten die Lokalwährungsanleihen
eine durchschnittliche laufende Rendite von 7,9 Prozent, verglichen mit 6,6 Prozent für die Fremdwährungsanleihen.
„Unserer Meinung nach ist der Markt damit attraktiv bewertet“, unterstreicht der Experte. Noch verlangen die
Anleger allerdings eine erhebliche Risikoprämie für das lokale Zinsrisiko und das zusätzliche Währungsrisiko.
Dies dürfte sich angesichts der skizzierten Entwicklungen mittelfristig ändern. Zusätzlich eignen sich Anleihen
in lokaler Währung in besonderem Maße als Diversifikator in Rentenportfolios. Die historische Korrelation zu
US-Staatsanleihen liegt bei nur 0,23. Auch die Korrelation zu Schwellenländeranleihen in Fremdwährung ist mit
0,46 bemerkenswert niedrig. Dem aktiven Fondsmanagement bieten die Lokalwährungsmärkte erhebliches Potenzial,
Mehrwert zu schaffen, auch weil die gängigen Benchmarks wenig effizient sind.<br><br>
<b>Zwischen ,High Yield’ und ,Junk’ unterscheiden</b><br>
Eine andere Situation ist bei den Hochzinsanleihen vorzufinden. „Unternehmensanleihen leiden derzeit unter
einem Vertrauensverlust, den auch Aktien im Zuge der volatilen letzten Monate erlebt haben“, betont Michael Mewes.
Dies führte zu Korrekturen im Pricing, so dass die Bewertungen inzwischen wieder attraktiver seien.
Allerdings habe die hohe Emissionstätigkeit bei Unternehmensübernahmen zu einem Anstieg der Volatilität geführt.
Zudem bringe abnehmendes Wirtschaftswachstum das Unternehmenswachstum sowie Fremdkapitalfinanzierung unter Druck.
Dennoch sollten die Ausfallraten 2008 unter dem vom Markt eingepreisten Niveau von rund 7 bis 8 Prozent bleiben.
Argumente hierfür seien nicht zuletzt die niedrigen Refinanzierungsbedürfnisse, noch gesunde Bilanzen und
effiziente Kapitalmärkte. Michael Mewes’ Fazit: „Das Streben nach Ertrag sollte die Nachfrage nach Hochzinsanleihen
mittelfristig unterstützen. Die Titelauswahl wird zunehmend wichtiger, da der Übergang in den nächsten
Kreditzyklus bevorsteht. Es gilt, zwischen ,High Yield’ und ,Junk’ zu unterscheiden.“
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