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Online Marketing ist nicht Marketing online - Im Web 2.0 müssen alte Denkmuster in Frage gestellt werden

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Autor ( Matthias Fank )
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FH Köln


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Abstract:

Für viele Unternehmen ist Online Marketing noch immer kaum mehr als ein weiterer Werbeträger, der mit klassischen Mitteln bedient wird. Viel zu häufig noch werden die Eigenheiten des Internets und des Web 2.0 einfach ignoriert. Und so können die Marketing-Bemühungen der Unternehmen mitunter sogar gänzlich ungewollte Folgen haben.

Zu den zahlreichen Dingen, die vom Aufkommen des Internets massiv beeinflusst wurden, gehört sicherlich auch das Marketing. Dieses wird im klassischen Sinne eher als eine Funktion angesehen und oft mit Werbung und Verkauf gleichgesetzt. Fachleute sprechen vom Marketing-Mix, der neben Werbung und Verkauf weitere Aspekte des Marketings berücksichtigt. In dieser Sichtweise wird Marketing also vor allem über seine Aufgaben definiert. Zu diesen einzelnen Aufgaben konnten Unternehmen in den letzen Jahrzehnten zahlreiche Erfahrungen sammeln und gewinnbringend umsetzen.

Mit dem Aufstieg des Internets zum neuen Massenmedium entstand aber auch das Online Marketing, welches seitdem in vielen Unternehmen einfach als ein neuer Werbeträger verstanden und mit den klassischen Methoden bedient wird. Typisch für diese Art des Online Marketings sind dann Werbebanner, Pop-Ups oder Layer-Ads. Diese Sichtweise kann sich jedoch auch negativ auf Unternehmen auswirken (was im Verlauf dieses Beitrags an zwei Beispielen verdeutlicht werden soll). Vielleicht sollte man sich beim Online Marketing einmal auf Philip Kotler zurückbesinnen. Für den amerikanischen Marketing-Pionier war Marketing eher eine Philosophie bzw. Geissteshaltung innerhalb der Betriebswirtschaftslehre. Dies würde auch das Online Marketing in einen anderen Blickwinkel rücken und den Besonderheiten des Internets weitaus eher gerecht werden. Denn spätestens mit dem neuen Hype um das Web 2.0 wird vielen klar, dass der Markt Internet eigene Gesetzmäßigkeiten hat und Effekte hervorruft, bei denen klassische Marketinginstrumente nicht mehr funktionieren. Das Schalten von Bannerwerbung auf reichweitenstarken Internetauftritten reicht nicht mehr aus und ist oft auch nicht mehr sinnvoll.

Kompetenz-Gebiete
Competence Type
Autoren
(1)
Prof. Dr.  Matthias Fank
Person
Fachhochschule Köln
Prof. Dr. Matthias Fank lehrt und forscht an der Fachhochschule Köln auf dem Gebiet Informationsmanagement. Bedingt durch die rasante Entwicklung des Internet liegen immer mehr Informationen digital vor. Unternehmen müssen Strategien und Konzepte entwickeln, wie mit den frei im Internet existieren Informationen über das Unternehmen reagiert wird. Kein anderes Medium ist so schnell und aktuell wie das Internet. Marketing, PR und CRM Verantwortliche müssen sich diesen veränderten [...]
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FH Köln
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    September 2007, Fachartikel Nr. 7 von Prof. Dr. Matthias Fank (FH Köln) in Zusammenarbeit mit infospeed GmbH 
     



    Online Marketing ist nicht Marketing online
    Im Web 2.0 müssen alte Denkmuster in Frage gestellt werden 

    Für  viele  Unternehmen  ist  Online  Marketing                            steshaltung innerhalb der Betriebswirtschaftsleh‐
    noch immer kaum mehr als ein weiterer Werbe‐                               re.  Dies  würde  auch  das  Online  Marketing  in  ei‐
    träger, der mit klassischen Mitteln bedient wird.                          nen anderen Blickwinkel rücken und den Beson‐
    Viel zu häufig noch werden die Eigenheiten des                             derheiten  des  Internets  weitaus  eher  gerecht 
    Internets  und  des  Web  2.0  einfach  ignoriert.                         werden.  Denn  spätestens  mit  dem  neuen  Hype 
    Und so können die Marketing‐Bemühungen der                                 um das Web 2.0 wird vielen klar, dass der Markt 
    Unternehmen  mitunter  sogar  gänzlich  unge‐                              Internet  eigene  Gesetzmäßigkeiten  hat  und  Ef‐
    wollte Folgen haben.                                                       fekte hervorruft, bei denen klassische Marketing‐
     
    Zu den zahlreichen Dingen, die vom Aufkommen 
    des  Internets  massiv  beeinflusst  wurden,  gehört 
    sicherlich  auch  das  Marketing.  Dieses  wird  im 
    klassischen Sinne eher als eine Funktion angese‐
    hen  und  oft  mit  Werbung  und  Verkauf  gleichge‐
    setzt.  Fachleute  sprechen  vom  Marketing‐Mix, 
    der neben Werbung und Verkauf weitere Aspek‐
    te des Marketings berücksichtigt. In dieser Sicht‐
    weise  wird  Marketing  also  vor  allem  über  seine 
    Aufgaben  definiert.  Zu  diesen  einzelnen  Aufga‐
    ben  konnten  Unternehmen  in  den  letzen  Jahr‐
    zehnten  zahlreiche  Erfahrungen  sammeln  und 
    gewinnbringend umsetzen. 


                                                                                                                                         Anzeige 
    Mit dem Aufstieg des Internets zum neuen Mas‐
    senmedium entstand aber auch das Online Mar‐                               instrumente nicht mehr funktionieren. Das Schal‐
    keting,  welches  seitdem  in  vielen  Unternehmen                         ten  von  Bannerwerbung  auf  reichweitenstarken 
    einfach  als  ein  neuer  Werbeträger  verstanden                          Internetauftritten  reicht  nicht  mehr  aus  und  ist 
    und mit den klassischen Methoden bedient wird.                             oft auch nicht mehr sinnvoll. 
    Typisch für diese Art des Online Marketings sind 
    dann  Werbebanner,  Pop‐Ups  oder  Layer‐Ads.                              Einige  Themenportale  haben  bereits  erkannt, 
    Diese  Sichtweise  kann  sich  jedoch  auch  negativ                       dass  Marketing  im  Internet  mehr  ist  als  das 
    auf Unternehmen auswirken (was im Verlauf die‐                             Schalten  von  Bannern  und  Pop‐Ups  und  fordern 
    ses Beitrags an zwei Beispielen verdeutlicht wer‐                          von ihren Kunden das Bereitstellen von Inhalten 
    den  soll).  Vielleicht  sollte  man  sich  beim  Online                   und  den  offenen  Diskurs  mit  den  Internetusern. 
    Marketing  einmal  auf  Philip  Kotler  zurückbesin‐                       Dies  war  bis  dato  nicht  die  Aufgabe  des  Marke‐
    nen.  Für  den  amerikanischen  Marketing‐Pionier                          tings und stieß seitens der Marketingverantwort‐
    war  Marketing  eher  eine  Philosophie  bzw.  Geis‐                       lichen  eher  auf  Ablehnung.  Nur  wenige  Unter‐ 
                                                                                
                                                                                 


        infospeed GmbH ‐ A Webknowledge Company 
        Köln Altstadt‐Süd | Große Telegraphenstr. 2 | D‐50676 Köln 
        AG Köln, HRB 55990 | USt‐Id: DE244504410 
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        Web: www.infospeed.de | e‐Mail: company@infospeed.de  

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    September 2007, Fachartikel Nr. 7 von Prof. Dr. Matthias Fank (FH Köln) in Zusammenarbeit mit infospeed GmbH 
      


    nehmen  erkennen  bisher  dieses  Potential  und                           agentur macht bei CIAO auch hiervon Gebrauch. 
    haben  es  für  sich  erfolgreich  umgesetzt.  Noch                        Und  so  steht  nun  direkt  neben  der  Aussage  des 
    immer  prägen  Fragen  nach  Reichweiten,  Visits                          Rezensenten,  der  sich  keinesfalls  wieder  einen 
    und  Page  Impressions  die  Entscheidungen  für                           Opel kaufen würde, die Werbung des Herstellers: 
    Online‐Werbebudgets.  Selbst  der  Boom  um  das                           "Opel. Frisches Denken für bessere Autos". 
    Web  2.0  lässt  noch  nicht  erkennen,  dass  Unter‐
    nehmen  wirklich  verstanden  haben,  wie  das  In‐
    ternet funktioniert. 
     
    Anti‐Werbung statt Online Marketing 
    Zwei Beispiele aus der Automobilbranche zeigen 
    anhand  des  Umgangs  mit  dem  so  genanntem 
    "User  Generated  Content"  die  grundsätzlichen 
    Denkfehler  mancher  Unternehmen  im  Online 
    Marketing. 
    Der erste Fall zeigt das Engagement des Automo‐
    bilherstellers Opel (wenngleich hier auch andere 
    Hersteller hätten herangezogen werden können) 
    auf  dem  Kunden‐Bewertungsportal  CIAO.  Auf 
    CIAO  können  Kunden  ihre  Erfahrungen  zu  Pro‐
    dukten  und  Dienstleistungen  einstellen.  Mittler‐
    weile  sind  mehr  als  1,2  Mio.  Produkte  auf  CIAO 
    bewertet und in Deutschland rund 350.000 User 
    dort  registriert.  2006  verzeichnete  CIAO.com  75 
    Mio. Besucher auf seinem Portal. Damit ist dieses 
    Portal für Marketingverantwortliche definitiv ein 
    attraktiver  Ort,  um  Werbung  zu  schalten.  Wir 
    suchten auf  CIAO einmal  nach dem  Opel‐Modell 
    Tigra und wurden auch fündig. Zum Tigra sind bei 
    CIAO mehrere Erfahrungsberichte von Privatper‐
    sonen hinterlegt. Einer der Rezensenten beurteil‐
    te  das  betreffende  Modell  aber  nur  mit  2  von  5 
    möglichen Sternen, riet vom Kauf des Wagens ab                             Abbildung 1: Screenshot aus CIAO zum Opel Tigra (Ausriss) 
    und  kritisierte  zudem  das  Beschwerdemanage‐                             




    ment  von  Opel:  "Opel  hat  sich  auf  eine  Be‐                         Es  darf  davon  ausgegangen  werden,  dass  eine 
    schwerde  meinerseits  nicht  gerührt.  Na  ja,  das                       solche Anzeige auf einer Webpage, die vom Kauf 
    nächste  Auto  wird  wieder  so  ähnlich  sein,  aber                      des  eigenen  Produkts  abrät,  nicht  im  Sinne  des 
    bestimmt  kein  Opel!"  Nun  haben  Unternehmen                            Automobilherstellers  sein  dürfte.  CIAO  hat  eine 
    bei  CIAO  die  Möglichkeit,  zu  bestimmten  Begrif‐                      große Reichweite und ist attraktiv für Werbetrei‐
    fen ein Mouse Over Pop Up zu schalten und Opel                             bende.  Dies  bestätigt  auch  eine  Suchanfrage  bei 
    bzw.  die  durch  Opel  beauftragte  Werbe‐                                Google.  Verwendet  man  die  Begriffe  Opel  und  
                                                                                
     



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    September 2007, Fachartikel Nr. 7 von Prof. Dr. Matthias Fank (FH Köln) in Zusammenarbeit mit infospeed GmbH 
      


    Tigra  landet  CIAO  auf  Platz  fünf  der  Trefferliste.                  Gehör und damit Reichweite verschaffen. Mittels 
    Fügt man noch den Begriff "schlecht" hinzu, liegt                          Text,  Video  oder  Audio  können  Informationen 
    CIAO  auf  Platz  1  der  Liste.  Internetnutzer  gelan‐                   ungefiltert  verbreitet  und  der  Weltbevölkerung 
    gen  also  bei  ihrer  Suche  schnell  auf  die  Seiten                    zugänglich  gemacht  werden.  Und  genau  dies 
    von  CIAO.  Mit  dem  Schalten  einer  Anzeige  zeigt                      wollte  Chevrolet  mit  seiner  Werbeaktion  auch 
    Opel, dass es CIAO als ein für sie relevantes Wer‐                         erreichen. Die kostenlosen Werbespots der Kun‐
    beumfeld  definiert  und  unterstreicht  damit  indi‐                      den sollten sich ganz von allein über das Internet 
    rekt  die  Glaubwürdigkeit  der  Inhalte,  auch  die                       verbreiten.  Hierfür  stellte  Chevrolet  Bildmaterial 
    des negativen Erfahrungsberichts.                                          des neuen Tahoe in digitaler Form zur Verfügung. 
                                                                               Aus  Bildern  des  Autos,  wie  es  durch  herrliche 
                                                                               Landschaften fährt, sollten die Kunden ihre eige‐
                                                                               nen Clips erstellen.

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