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Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch <a href= http://www.competence-site.de/online-marketing.nsf/News/0B948FBC55C65A33C125739500487886 target=_blank><font color=0000FF>"Leitfaden Online-Marketing"</font> von Dr. Torsten Schwarz (Herausgeber).

Alexander Wunschel stellt vor, wie Podcasting für die Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt wird und welche Regeln dabei gelten. Die Verbreitung von MP3-Dateien lässt sich damit automatisieren. Mit einer intelligenten Mischung aus Unterhaltung und Information lässt sich schnell ein großer Hörerstamm aufbauen.


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Mr. Alexander Wunschel
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Alexander Wunschel ist freiberuflicher Marketing- und Medienberater, Social-Media-Spezialist, Speaker, Podcast-Pionier und geschäftsführender Vorstand des Marketing-Club München e.V. Er studierte Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Unternehmensführung, Wirtschaftsinformatik, Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Mit den neuen Medien groß geworden etablierte er mit Studienkollegen 1995 einen der ersten [...]
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Podcasting_wunschel_Leitfaden_Online-Marketing.pdf
                    Ein Blick auf Podcasting
                    in Deutschland
                    Alexander Wunschel




                    Im Frühjahr 2004 realisierten der Programmierer Dave Winer und der Ex-MTV-
Verbreitung von     Moderator Adam Curry ihre Idee, multimediale Dateien abonnierbar zu machen
MP3-Dateien         und damit die Verbreitung von MP3-Dateien zu automatisieren. Am 13. August
automatisieren      2004 ging mit dem Credo „Where users and developers party together“ einer der
                    ersten Podcasts online, der inzwischen legendäre „DailySourceCode“ von Adam
                    Curry. Der Geburtsstunde des Podcasting folgte eine rasante Entwicklung, die
                    von drei Faktoren getrieben wurde: Der zunehmenden Verbreitung von Breitband-
                    Internetanschlüssen, der wachsenden Anzahl MP3-fähiger Endgeräte und den
                    immer einfacher zu handhabenden MP3-Produktionsumgebungen für jedermann.
                    Dem Trend trug sogar iTunes, die Musikverwaltungssoftware von Apple, mit der
                    Integration von Podcasting und dem Aufbau einer eigenen Online-Suchmaschine
                    Rechnung. Über 70.000 Podcasts unterschiedlicher Professionalität und inhaltlicher
                    Ausrichtung wurden hier Ende 2006 gelistet und damit einer breiten Öffentlichkeit
                    zugänglich gemacht. In den USA wurde Podcast vom New Oxford American
                    Dictionary zum Wort des Jahres 2005 gewählt. Die Definition: „A digital recording
                    of a radio broadcasting or similar program, made available on the internet for
                    downloading to a personal audio player“ [1].
                    Bereits drei Jahre nach der Erfindung des technischen Kommunikationskanals
                    hat Podcasting eine erstaunliche Verbreitung erreicht. Mit Podcasting entstand
                    ein zusätzlicher Informations- und Unterhaltungskanal, der inzwischen auch
                    von vielen Medien, Verlagen und Unternehmen genutzt wird. Beginnen wir
                    die Reise durch das neue Medienphänomen mit den treibenden Kräften dieser
                    Entwicklung.



                    Ein Blick auf die Erfolgstreiber von Podcasting
                    Vorab: Audio wirkt. Der Klang der Stimme, die Modulation und der unverfälschte
Klang der           Rezeptionskanal, welcher mit seinen Signalen direkt im Hirn ankommt, sind Gründe
Stimme, die         für das Medienphänomen. Jeder Sender definiert sich überwiegend über zwei
Modulation und      Dimensionen: Klang und Inhalt. Und hierbei ist bei Weitem nicht die technische
der unverfälschte
Rezeptionskanal     Perfektion ausschlaggebend, sondern Authentizität, Passion und Profession. Die
                    Stimme ist dabei als Trägermedium ein Erfolgskriterium von Podcasts: Leidenschaft.
                    Paart sich Leidenschaft mit inhaltlicher Kompetenz, so findet jeder Sender – und
                    damit jeder Kanal – seine Zuhörer. Weitere Erfolgsdimensionen sind die Parameter
                    der Medienformate, wie zum Beispiel Länge und Frequenz der Episoden. Dennoch


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                                   Alexander Wunschel: Ein Blick auf Podcasting in Deutschland


ist kein weiterer Aspekt so ausschlaggebend für eine treue Hörerschaft, wie
Authentizität und Leidenschaft.
Im Folgenden möchte ich versuchen weitere Einflussfaktoren neben der Kraft der
Stimme zu skizzieren. Podcasting scheint auf einen interessanten Nährboden zu
fallen.



Parasoziale Interaktion
Als kommunikationswissenschaftlicher Erklärungsansatz im Rahmen der Fernseh-
nutzung in den 1950er-Jahren formuliert, findet dieser Ansatz im Podcasting
ebenfalls Anwendung. Er kennzeichnet insbesondere den Erfolg privat produzierter
Podcasts: Die „parasoziale Interaktion“ als intensives Bindeglied zwischen Hörer
und Sender basiert auf einem Identifikationspotenzial, das durch gemeinsame                      Neuartiges
Wertvorstellungen, Erfahrungen sowie weitere Identifikationsdimensionen                          Community-
                                                                                                 Gefühl
entsteht. Diese Bindung wird im Podcasting durch den Dialogcharakter und die                     abseits der
vermeintlich persönliche Ansprache gefördert und bietet auf dieser Basis ein                     Massenmedien
neuartiges Community-Gefühl, welches die Massenmedien nur vereinzelt vermitteln
können.



Ubiquität des MP3-Dateiformats
Mit Podcasting, in seiner ursprünglichen Form als Audio-Kanal, wird ein
Dateiformat zum Medium: MP3. Ein Erfolgsfaktor von Podcasting ist damit die
Verbreitung von MP3-fähigen Endgeräten. Und hier offenbart sich das Potenzial
von Podcasting in Deutschland. Im Straßenbild der Großstädte sind sie nicht mehr
wegzudenken: Passanten mit Kopfhörern, überwiegend weiß – jener Farbe, die
inzwischen auch zum Markenzeichen des iPods geworden ist.
Apple meldete im April den Verkauf des 100 Millionsten iPod, dem marktdomi-
nierenden portablen Audio- und Video-Player [2]. Die „Allensbacher Computer
                                                                                                 Über 15
und Technikanalyse 2005“ [3] wies bereits für die erste Jahreshälfte 2005 circa                  Millionen
neun Millionen MP3-Player-Besitzer in Deutschland aus, weitere vier Millionen                    MP3-fähige
planten die Anschaffung des Gerätes. Die Anzahl der MP3-fähigen Mobilfunkgeräte                  Abspielgeräte in
wurde nicht erhoben beziehungsweise nicht extra ausgewiesen. Insofern lässt sich                 Deutschland
unterstellen, dass bis Mitte 2007 die Zahl der MP3-fähigen Abspielgeräte in
Deutschland die 15-Millionen-Marke überschritten haben wird.



Massenmedienfrust
Das klassische Formatradio verkommt außerhalb der Prime-Time zum Sound-
teppich beziehungsweise zur Klangtapete und spult überwiegend Playlisten mit
massentauglichem Ohrfutter ab. Selten werden schärfere Programmprofile entwickelt
und positioniert, um nicht zu sehr zu polarisieren und damit Reichweite zu verlieren.




                                                                                         649
             T. Schwarz: Leitfaden Online Marketing / Kap. 12 Kommunikation und PR


             Podcasting wird zwar kein vollwertiger Ersatz für klassische Radioformate werden,
             ist aber durchaus getrieben vom Massenmedienfrust der Nutzer.



             Bandbreite
             Eine der Grundvoraussetzungen für den Wechsel des Medienparadigmas und der
             Entwicklung des Internets zum „Media-Backbone“ ist die Verfügbarkeit von
             breitbandigen Internetzugängen. Die neuen Medienformate im Podcasting bedürfen
             großer Datenmengen und agieren mit Dateigrößen, die bis vor wenigen Jahren nur
             in der IT- oder Softwareentwicklung gängig waren. Für das Jahr 2006 kann von
             zwei Kenngrößen ausgegangen werden: Die Hälfte der Onliner in Deutschland
             besitzt inzwischen einen Breitbandzugang (DSL), und knapp die Hälfte hat eine
             Flatrate [4].



             Zunehmende Mobilität
             Podcasting ist auch, aber nicht nur ein Medium für unterwegs. Damit lohnt sich für
             die Ermittlung der Treiber dieses Phänomens die Untersuchung der Mobilität in
             Deutschland. Laut der Zeitbudget-Erhebung „Wo bleibt die Zeit?” des Statistischen
             Bundesamtes 2001/2002 sind die Bundesbürger in Deutschland im Schnitt 1 Stunde
             und 21 Minuten pro Tag unterwegs [5]. Bezieht man diese Dauer nur auf den
             Anteil der 36,2 Millionen Deutschen in Beruf und Ausbildung, dann ergibt dies
             48,9 Millionen Stunden täglich. Der Arbeitsweg oder Weg zur Ausbildungsstätte
             dauert in Deutschland durchschnittlich 24 Minuten [6]. Bezieht man diese 24
Arbeitsweg
dauert 24    Minuten auf die Anzahl der Arbeitstätigen oder in Ausbildung befindlichen, so
Minuten      ergibt dies eine Summe vom 14,5 Millionen Stunden Arbeitsweg oder Weg zur
             Ausbildungsstätte.



             Geändertes Mediennutzungsverhalten und neuer Medienkonsum
             Unterschiedlichste Hinweise skizzieren ein sich änderndes Mediennutzungsverhalten
             der Konsumenten. Die „Media-Analyse“ (MA) berichtet von einem Rückgang der
             Radionutzung in der Zielgruppe der 20- bis 29-Jährigen in den letzten drei Jahren
             um zehn Prozent [7]. Laut der Studie „Massenkommunikation“ von ARD und ZDF
             wird der klassische Medienkonsum zwar immer noch von Fernsehen und Radio
             dominiert, das Internet beziehungsweise der Konsum von Musik und Hörmedien
             hat die Printmedien jedoch längst überholt. In England ging man Anfang 2006 sogar
             davon aus, dass der durchschnittliche Internetnutzer mit 164 Onlineminuten täglich
             bereits das Fernsehen, mit seinen 148 Minuten Nutzungsdauer täglich, überholt hat.
             Auch in den USA sind Internetnutzer mit 14 Stunden pro Woche bereits so lange
             online wie sie TV konsumieren [8]. Die Internetnutzung erfolgt primär auf Kosten
             der klassischen Medien, also TV, Radio, Zeitschriften und mit einem Minus von
             37 Prozent vor allem Bücher.

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