Das ideale Instrument für jeden erfolgsorientierten Anleger, Methoden, Strategien, Umsetzung
Definition von Technischen Indikatoren
Unter Technischen Indikatoren versteht man mathematische oder statistische
Berechnungen auf der Basis von Kurs- und/oder Volumenzeitreihen.
Da diese Verfahren meist umfangreiche Berechnungen erfordern, ist
der Computer ein unverzichtbares Werkzeug. Erst die zunehmende Verbreitung
des Personalcomputers in den 70er-Jahren brachte auch für die
Technischen Indikatoren den Durchbruch. Seit Anfang der 80er-Jahre
entwickelte sich unter dem Oberbegriff »Markttechnik« ein eigenständiger
Bereich in der Technischen Analyse. Gab es anfangs nur wenige Indikatoren,
so ist ihre Anzahl mittlerweile auf mehrere tausend angewachsen.
Ein besonderer Vorteil der Technischen Indikatoren liegt darin, dass es
meist sehr einfache und klare Regeln für deren Interpretation gibt. Im Gegensatz
zur klassischen Chartanalyse, wo beispielsweise Chartformationen
reichlich Platz für subjektive Interpretationsspielräume lassen,
geben die Indikatoren klare Kauf- und Verkaufssignale. Ob diese Signale
profitabel in der Praxis einsetzbar sind, bedarf allerdings der Überprüfung.
Als Beispiel soll hier kurz der Stochastik-Indikator vorgestellt werden.
Dieser Indikator stellt die relative Position des Schlusskurses zu dem
Höchst- und Tiefstkurs einer bestimmten Periode dar. Der Stochastik-Indikator
bewegt sich in einer Spanne zwischen 0 und 100, wobei Werte
über 80 als »überkauft« und Werte unter 20 als »überverkauft« interpretiert
werden. Es gibt noch eine Reihe weiterer Interpretationsmöglichkeiten
und auch abgewandelte Berechnungsmethoden, die ich Ihnen in
diesem Buch vorstellen werde. Es ist sicher ein interessanter Aspekt zu
wissen, ob eine Aktie überkauft oder eher überverkauft ist, doch allein
aus der Tatsache, dass die Aktie sich in der Nähe ihres Tiefststandes der
letzten 20 Tage befindet, einen Kauf abzuleiten, ist sicher zu kurz gegriffen.
Der Anleger sollte vielmehr die Indikatoren dazu verwenden, um weitere
Informationen zu gewinnen. Denn wie ein Arzt die Temperatur, den Blutdruck
und den Puls des Patienten misst, kann der Anleger die Indikatoren
dazu verwenden, den Zustand des Marktes zu messen. Indikatoren,
die die Volatilität, also die Schwankungsintensität des Marktes,
messen, können tiefer gehende Informationen liefern, die nicht offensichtlich
auch im Chart erkennbar sind. Auch Indikatoren, die die
Kursentwicklung ins Verhältnis zur Handelsaktivität (Volumen) setzen,
geben wichtige Hinweise.
Ein weiteres interessantes Instrument sind so genannte Marktbreite-Indikatoren,
die auf der Basis einer Vielzahl von Aktien berechnet werden.
Die Marktbreite-Indikatoren, wie beispielsweise die A/D-Linie, zeigen,
ob der Aufschwung beziehungsweise Abschwung nur von wenigen Werten
dominiert oder von der Masse der Aktien getragen wird.
Die wohl am weitesten verbreitete Form der Indikatoren sind die so genannten
Trendfolger, die die vorherrschende Trendrichtung ermitteln sollen.
Der bekannteste Vertreter dieser Kategorie ist der gleitende Durchschnitt.
Durchbricht der Kursverlauf seine gleitende Durchschnittslinie
von unten nach oben, so deutet dies auf einen Trendwechsel hin. Der
Aufwärtstrend ist intakt, solange der Kurs über seinen gleitenden Durchschnitt
verläuft. Befindet sich der Kurs unterhalb der Durchschnittslinie,
wird dadurch ein Abwärtstrend signalisiert.
Eine weitere Gruppe unter den Indikatoren bezieht sich auf das Momentum,
also die Geschwindigkeit, die ein Kurs entwickelt. Hier sind zum
Beispiel die Rate of Change (RoC) oder der Relative Strength Index (RSI)
zu nennen. Der RoC stellt die prozentuale Kursveränderung zwischen zwei Punkten dar.
Dadurch hat dieser Indikator einen sehr flatterhaften
Verlauf und weist auch kein festes Schwankungsintervall auf. Anders der
RSI: Dieser zwischen 0 und 100 schwankende Indikator setzt die durchschnittlichen
aufwärts gerichteten Kursänderungen mit den durchschnittlichen
abwärts gerichteten Kursänderungen ins Verhältnis. Eine sehr interessante
Erweiterung des RSI ist der Money Flow Index (MFI), der den
RSI um eine Volumenkomponente erweitert. Anhand des MFI kann der
Anleger erkennen, ob der Unterschied in der Handelsaktivität an positiven
und negativen Tagen das Momentum des Trends bestätigt.
Wer bei seinen Analysen auf Technische Indikatoren zurückgreift, sollte
sich im Vorfeld informieren, was diese Indikatoren eigentlich messen. Bei
der Vielzahl an Indikatoren passiert es leider viel zu leicht, dass zwei Indikatoren
mit wohlklingenden Namen fast das Gleiche messen, und so
ist es dann auch nicht verwunderlich, wenn sich diese Indikatoren gegenseitig
in ihren Signalen bestätigen.
Weiterführende Informationen über die Einsatzgebiete von Indikatoren und ergänzende Graphiken finden Sie im downladbaren PDF.
Dies ist ein Auszug aus dem Kapitel "Grundlagen" aus dem Buch "Technische Indikatoren - simplified" mit freundlicher Genehmigung des Finanzbuch Verlags.
-
0.19 MB
Keine Kommunikationsobjekte vorhanden.








