Was ist eigentlich ein Dark Pool?
Dark Pool hört sich im Börsenzusammenhang sehr merkwürdig und eher leicht schmuddelig an. Das ist nicht ganz unberechtigt, denn hinter Dark Pools verbergen sich außerbörsliche Handelsplattformen, die alles andere als transparent sind. Der Name resultiert daher, dass Käufer und Verkäufer auch großer Mengen von Wertpapieren anonym – im Dunkeln – bleiben. Nur institutionelle Anleger können Dark Pools nutzen. Aufgrund der Anonymität der Transfers sollen Kursbewegungen beispielsweise zum Nachteil des Verkäufers beim Verkauf großer Wertpapiermengen vermieden werden. (Über die Börse München kann man dieses Problem in gewissem Rahmen allerdings auch über eine IW-Order – eine Interesse-wahrende Order – umgehen.)
Entstanden sind Dark Pools in den USA in den 1990er-Jahren – inzwischen beobachtet allerdings die US-Börsenaufsicht SEC diese Plattformen sehr genau. In Europa haben sie sich erst nach der MiFID-Richtlinie (seit November 2007 in Kraft) durchgesetzt, obwohl diese Richtlinie eigentlich für mehr und nicht weniger Transparenz im Börsenhandel sorgen sollte. Deshalb fordert jetzt auch die EU von den Dark Pools verstärkte Informationspflichten ein, um so wieder für eine Gleichbehandlung der Anleger und der im Wettbewerb stehenden Handelsplätze zu sorgen.
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Dr. Christine BortenlängerBayerische Börse Aktiengesellschaft München | Mitglied der Geschäftsführung der Börse München, Vorstand der Bayerische Börse AG