XETRA kommt – München handelt
24.05.2011
Am 23. Mai 2011 wurde der Handel auf dem Frankfurter Parkett auf die international etablierte, hochmoderne XETRA-Technologie überführt. XETRA (EXchange Electronic TRAding) soll den Handel schneller, sicherer, liquider und effizienter machen. Die Börse München hat bereits 2003 das vollelektronische Handelssystem MAX-ONE eingeführt, das erfolgreich elektronische Orderausführung mit menschlichem Know-how verknüpft.
Auch wenn die Deutsche Börse in Frankfurt den Parketthandel einstellt und - entgegen aller Skepsis - zukünftig auf die hochmoderne XETRA-Technologie setzt, in einem Punkt ist man sich einig: Der menschliche Faktor soll nicht verloren gehen. An der Börse München läuft der Handel seit 2003 erfolgreich über das vollelektronische Handelssystem MAX-ONE. Bei MAX-ONE kombiniert die Münchner Börse eine elektronische Handelsplattform mit der Kursermittlung durch Fachleute.
Gerade in Zeiten hoher Volatilitäten auf den Märkten und im Zeichen des Anlegerschutzes macht die Umstellung auf ein elektronisches System Sinn. Noch zu gut ist in Erinnerung, als am 6. Mai 2010 in den USA plötzlich der Dow Jones um fast 1.000 Punkte einbrach – wahrscheinlich aufgrund eines „Tipp-Fehlers“. Die USA haben dagegen eine „Panik-Bremse“ eingeführt – in Deutschland funktioniert das schon seit langem. Bei MAX-ONE, dem Handelssystem der Börse München, wird bei jeder Preisfeststellung ein dynamischer und ein statischer Preiskorridor überwacht. Zusätzlich wird auch noch die Größe des Spreads am Referenzmarkt mit überprüft. Ist diese Differenz zwischen Geld- und Briefkurs am Referenzmarkt für die Aktie zu groß, so wird der Handel in MAX-ONE automatisch unterbrochen. Schlussendlich überprüft noch der Makler (Skontroführer) die Eingaben auf ihre Plausibilität. So ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite.
Als öffentlich-rechtliche Börse setzt sich die Börse München für die Interessen der Anleger ein und hat mit dem elektronischen Börsensystem MAX-ONE und der Verankerung in die Börsenordnung bereits 2003 umgesetzt, was durch die Einführung der MiFID seit 2007 obligatorisch gefordert wird: Die bestmögliche Ausführung von Kundenaufträgen (Best Execution). Das heißt, die Börse München stellt Kurse immer besser oder mindestens so gut wie der jeweilige Referenzmarkt. Hochliquide Titel (DAX-Werte beispielsweise) werden über MAX-ONE automatisch gematcht – die Ausführung erfolgt in Sekundenbruchteilen. Bei allen anderen Titeln erfolgt die Ausführung computerunterstützt durch den Makler. Die Ausführungszeiten müssen unter 60 Sekunden liegen. [...]
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