Die Aussichten: verbreitet wolkig
Laut Untersuchungen des IDC Verlags wurden 2009 weltweit 17 Milliarden Dollar mit Cloud Computing umgesetzt. Die daraus abgeleiteten Prognosen sprechen von 26% Prozent durchschnittlichem Wachstum für die nächsten fünf Jahre. Und auch die Studien für den deutschen Cloud-Markt sprechen von Wachstumsraten mit jährlich etwa 40% bis zum Jahr 2015. Dass in diesem neuen Marktsegment eine enorme Dynamik steckt, ist nicht von der Hand zu weisen.
Um uns auf die hier relevanten charakteristischen Cloud-Merkmale zu verständigen, ziehen wir die Definition des BITKOM heran: „Cloud Computing ist eine Form der Bereitstellung von gemeinsam nutzbaren und flexibel skalierbaren IT-Leistungen durch nicht fest zugeordnete IT-Ressourcen über Netze.“ Bei dem Leistungsangebot für den eingangs genannten professionellen Nutzerkreis geht es um „SaaS“, Software as a Service mit allen Varianten der Text- und Dokumenterstellung – von der automatischen Dunkelverarbeitung im Hintergrund über halbautomatische Verarbeitung unter Mitwirkung von Sachbearbeitern und Fachabteilungen bis hin zum freien Individualbrief, der im Editor erstellt wird. Hinzu kommen Batch-Anwendungen und die Verarbeitung aller im Unternehmen erstellten Dokumente im gemeinsamen Output Management System. Wer letztlich in welcher Verantwortlichkeit die nötige Infrastruktur als „IaaS“ oder die Plattform als „PaaS“ bereitstellt, ist ein variantenreiches und wichtiges Thema, das im vertraglichen und nutzungsrechtlichen Bereich angesiedelt ist. In diesem Zusammenhang ist wohl davon auszugehen, dass Unternehmen dieser Größenordnung zum Betrieb einer sogenannten Private Cloud mit sicherem Zugang für autorisierte Nutzer tendieren. Sie kann vom Kunden ganz oder teilweise „insourced“ oder einem externen Dienstleister nach dessen Vorgaben „outsourced“ betrieben werden. Dieser Cloud-Typ gestattet es zweifellos, grundlegende Anforderungen an Datenschutz, Daten- und Betriebssicherheit, Compliance und Investitionssicherheit umzusetzen. Aber eine vollständig privatisierte Cloud ist letztlich nichts anderes als Outsourcing auf anderer technologischer Basis. Das heißt, der Clou der Cloud geht verloren: Kostenersparnis durch Standardisierung und gemeinsame Ressourcennutzung. Hier kommt die Option der Mischform, der Hybrid Cloud ins Spiel. Sie verknüpft mehrere Clouds unterschiedlichen Typs miteinander und nutzt diese z.B. für Failover-Strategien oder zur Abdeckung von Belastungsspitzen. Denkt man also über eine Ablösung der heute auf dedizierten Ressourcen „konventionell“ – meist inhouse – betriebenen Anwendungen nach, so kommt wohl in erster Linie ein SaaS-Modell in einer Private bzw. Hybrid Cloud in Frage. Wie bereits angesprochen, verlangt diese potentiell höchst vielschichtige und verteilte Betriebsumgebung klar zugeordnete und in Service Level Agreements vertraglich vereinbarte Verantwortlichkeiten zwischen den neuen Geschäftspartnern Kunde, SaaS-Anbieter, Cloud-Provider, Netzwerkbetreiber und Enablern, die die Leistungen der Partner über entsprechende Cloud-Dienste integrieren.
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