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Online Assessments: Der Gartner-Hype-Cycle eignet sich zur Erklärung des Entwicklungsstandes

Joachim Diercks
Antwort von Joachim Diercks, CYQUEST GmbH zu Wie sieht Ihr Ausblick für die nächsten Jahre im Bereich Online Assessments aus? von | 29.9.2011, 14:21:50 Online Assessments: Der Gartner-Hype-Cycle eignet sich zur Erklärung des Entwicklungsstandes
Der Gartner-Hype-Cycle eignet sich recht schön, um den aktuellen Entwicklungsstand des Themas Online Assessment auch im historischen Kontext der letzten knapp 10 Jahre zu beschreiben. Unserer Einschätzung nach befindet sich der Markt für eAssessment- Lösungen am Übergang der Phase 4 – Slope of Enlightenment – in die Phase 5 – Plateau of Productivity. Das Jahr 2000 stellt u.E. so etwas wie den Startpunkt der Entwicklung dar. Unsere „Karrierejagd durchs Netz“ sowie die 4 Wochen später gestartete Siemens-Applikation “Challenge Unlimited“ dürften als erste Gehversuche gelten, (spielerisch-)simulative Eignungsdiagnostik über das Web zu transportieren. Über beide Applikationen wurde seinerzeit intensiv in der Publikumspresse berichtet. Von daher lässt sich diese Zeit sicherlich den Gartner- Phasen 1 und 2 – Technology Trigger und Peak of Inflated Expectations – zuordnen. Der Zusammenbruch der New Economy beginnend in 2001 stellte auch für das Thema eAssessment den Übergang in die dritte Phase – Trough of Disillusionment – dar.
Mit Applikationen wie "unique.st", dem von CYQUEST für den Unilever-Konzern entwickelten eAssessment-Verfahren zur Vorauswahl von Traineebewerbern, begann Ende 2003 die Phase 4 – Slope of Enlightenment. Diese Phase zeichnet sich ja in erster Linie dadurch aus, dass Unternehmen die Vorteile der Anwendung kennen und schätzen lernen. Unser Kunde Citibank, für den wir 2006 das Online Assessment zur Azubi-Vorauswahl eingeführt haben, berichtete bspw. auf unserem letztjährigen „Praxisseminar eAssessment“ den anwesenden Recruitern, dass der verbesserte Vorauswahlprozess die Trefferquote der abschließenden Präsenz-Assessment Center in etwa verdoppelt hat.
Während vorher pro AC durchschnittlich zweien der eingeladenen Kandidaten ein Ausbildungsplatz angeboten wurde, liegt diese Zahl jetzt bei durchschnittlich vier. Wenn sich die Grundgesamtheit der zu besetzenden Stellen nicht signifikant ändert, heißt das im Klartext, dass man sich die Hälfte der durchzuführenden Präsenz-ACs sparen kann. Man muss nicht vom Fach sein, um sich die dadurch entstehenden Einsparungen vorzustellen. Genau diese Erkenntnisse haben sich speziell in den letzten 1-2 Jahren in der Personaler Community verbreitet und zu einer deutlich breiteren Akzeptanz geführt. Während wir uns vor einigen Jahren noch mit z.T. sehr großer Skepsis und auch unzureichender Kenntnis konfrontiert sahen, begegnen wir mittlerweile im Vertrieb eigentlich nur noch den Fragen, wann, für welche Einsatzgebiete und in welcher Form eAssessment eingeführt wird. Die Frage nach dem „ob“ haben zumindest die größeren Unternehmen inzwischen überwiegend beantwortet – zu einem sehr großen Teil mit „ja“. Insofern, wie gesagt, sehen wir das Thema Online Assessment jetzt am Übergang dahin, tatsächlich ein „Markt“ zu werden. Die Zeit der Leuchtturm-Projekte neigt sich langsam dem Ende.
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