Haufe-Lexware: Demografischer Wandel und alternde Gesellschaft
Herausforderungen für die strategische Personalplanung, den Arbeits- und GesundheitsschutzSeit über 30 Jahren schrumpfen die Generationen. Die Geburtenraten reichen nicht aus, um die jeweiligen Elterngenerationen zu ersetzen – ein Trend, der sich in Zukunft noch verschärfen wird. Die Rechnung ist recht simpel: Wenn mehr Menschen sterben als geboren werden, geht die Bevölkerungszahl zurück. Ohne den Zustrom von Menschen aus dem Ausland, wäre Deutschlands Einwohnerzahl schon lange stark rückläufig. Doch auch die Zuwanderung konnte die Schere zwischen Neugeborenen und Verstorbenen im letzten Jahrzehnt nicht mehr schließen. Seit 2003 schrumpft Deutschlands Bevölkerungszahl – kontinuierlich – und ein Ende ist nicht abzusehen. Voraussichtlich wird Deutschland im Jahre 2030 nur noch 77 Millionen Einwohner zählen – das sind fünf Millionen weniger als noch im Jahr 2005.
Zwei weitere Aspekte verschärfen den Trend zur alternden Gesellschaft:
> Die allgemeine Steigerung der Lebenserwartung bedingt in Kombination mit den niedrigen Geburtenraten eine Veränderung der gesamten altersstrukturellen Zusammensetzung der Bevölkerung.
> Die Alterung der Generation der so genannten „Baby Boomer“ (1955–1966), die heute den größten Anteil der Erwerbspersonen stellt, hebt den allgemeinen Altersdurchschnitt der Bevölkerung an. Spätere Jahrgänge fallen gegenüber diesen geburtenstarken Jahrgängen deutlich ab – eine „demografische Lücke“ ist die Folge.
Beides wirkt sich spürbar auf die Zusammensetzung der Bevölkerung aus und wird für die Wirtschaft zum gravierenden Problem: Im Jahre 2030 reduziert sich die Zahl der unter 20-Jährigen um ein Viertel und die Zahl der Erwerbsfähigen (20–65 Jahre) vermindert sich um satte 7,7 Millionen Menschen (15 Prozent). Dagegen wächst die Gruppe der Älteren rapide an. Dabei ist von einem Wachstum von 40 Prozent bis 2030 auszugehen. Im Klartext: Gab es 2005 circa 16 Millionen Menschen über 65 Jahre, werden in Deutschland im Jahr 2030 22 Millionen nicht mehr erwerbstätige Menschen leben.1
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