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RE: ( 1 ) Gibt es in verschiedenen Branchen Unterschiede hinsichtlich der Personaleinsatzplanung?

  • Vor allem im Bereich der Personalbedarfsprognose sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen sehr groß. Im Call Center stützt sich die Bedarfsprognose fast ausschließlich auf die Analyse von Call Frequenzen, im Handel sind es Kundenfrequenzen und Umsätze, die in erster Linie als Bedarfstreiber ausgewertet werden. In produzierenden Unternehmen gibt es wiederum unterschiedliche Ansätze: Hier reicht die Palette von kontinuierlich betriebenen Anlagen, die eine stets gleiche Personalbesetzung für den Betrieb benötigen bis zur auftragsbezogenen Fertigung, in der meist wöchentlich abhängig vom jeweiligen Produktionsprogramm Betriebszeiten, dazu verwendete Schichten und die Sollbesetzung je Schicht neu zu berechnen sind. Bei Logistik-Unternehmen hingegen liegt ein Schwerpunkt der Bedarfsprognose häufig auf umfangreichen Auswertungen historischer Daten zu Bestelleingängen und Liefermengen, aus denen ein Bedarfsprofil für verschiedene Wochentage und deren unterschiedliche Tageszeiten entsteht. Entsprechend vielfältig und unterschiedlich sind die Anforderungen an eine gute Software-Unterstützung für die Bedarfsprognose.

    Bei der daran anschließenden Einsatzplanung unterscheiden sich die Branchen vor allem abhängig davon, ob es sich um schicht-orientierte Organisationen handelt oder nicht und ob es ggf. um stets gleiche, fest stehende Betriebszeiten oder variable Betriebszeiten geht, die erst aus dem jeweiligen Bedarf abgeleitet werden müssen.

    Ein drittes Thema, in dem es große Branchen-Unterschiede gibt, ist die Frage, inwieweit die Arbeitszeiten der Mitarbeiter ausschließlich einer am Bedarf orientierten Optimierung unterliegen (wie es typisch für Call Center und in Teilen für den Handel ist) bzw. in welchem Umfang auf tarifvertragliche Einschränkungen und Präferenzen und Freiheitsgrade der Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen ist (was z.B. bei Finanzdienstleistern ein wichtiges Thema ist).

    Bei den Standard-Software-Lösungen stellen wir fest, dass im Thema Bedarfsprognose bestimmte typische Abläufe (z.B. Ableitung des Personalbedarfs aus Call Frequenzen oder Kundenfrequenzen und Umsätzen) heute schon sehr weitegehend unterstützt werden. Das für andere Branchen wichtige „surfen“ durch große Datenmengen mit der Unterstützung unterschiedlichster Analyseverfahren und der Visualisierung der Berechnungsergebnisse gehört dagegen noch bei weitem noch nicht zum Standard-Umfang – es wäre aber in vielen Situationen sehr hilfreich.

    An den Stärken und Schwächen der heutigen Software-Systeme ist klar zu erkennen, welche Branchen und Planungsmodelle von den Anbietern bisher überwiegend bedient wurden. In der Regel waren dies in der Vergangenheit Call Center, Handel und die daraus resultierenden Anforderungen und daneben ggf. noch die Besetzung fester Schichtvorgaben. Weitere Themenfelder, in denen wir uns noch weitergehende Software-Unterstützung wünschen würden, wären z.B.:

    • Darstellung eines Bedarfs wahlweise in benötigten Köpfen pro Zeitintervall oder als Arbeitsstunden-Volumen pro Tag oder Woche. Die meisten Systeme bieten diese beiden Sichten zwar an, jedoch muss man sich für die Definition eines Bedarfs für eine der beiden Sichten entscheiden und kann so z.B. nicht einen Gesamtbedarf berechnen, der eine Kombination beider Sichten erfordert (wie dies z.B. in Service-Einheiten der Fall ist, die neben einem Telefonservice auch schriftliche Vorgänge bearbeiten).
    • Ableitung von Betriebszeiten und dazu geeigneter Schichten aus einem Produktionsprogramm und Übernahme der so berechneten Schichten in den weiteren Planungsablauf
    • Berechnung der optimalen durchschnittlichen Wochenarbeitszeit pro Mitarbeiter für einen in Arbeitsstunden pro Woche gegebenen Personalbedarf
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