„Die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut.“
Dieser Satz prägt die Personalleitlinien der meisten Unternehmen. Oft ist er das Ergebnis intensiver Diskussion von Führungskräften, Personalmanagern und Mitarbeitern, der gerne auf Pinnwänden, Postern und Broschüren festgehalten wird. Kein Satz wird in Vorträgen häufiger bemüht ‑ und zugleich täglich durch das Handeln von Unternehmen in Krisensituationen widerlegt. Personalkostenreduktion gilt als wichtiger Treiber des unternehmerischen Genesungsprozesses, Personalabbau als dessen prominentester, am schnellsten greifender Hebel. Ein derartiges kuratives Personalmanagement steht in wirtschaftlich schwierigen Situationen auf der Tagesordnung ‑ entgegen aller „Sonntagsreden“ und wider besseres Wissen: Die Humankapitalvernichtung ist immens, die Spätfolgen dieses Raubbaus am Erfahrungswissen einer Organisation nur schwer zu kalkulieren. Eine Längsschnittuntersuchung amerikanischer Unternehmen zeigt, dass Unternehmen, die in wirtschaftlich schwierigen Situationen ihre Belegschaft reduzieren, mittelfristig eine geringere Profitabilität besitzen als diejenigen, die eine stabile Beschäftigungspolitik verfolgen.2 Das stimmt nachdenklich ‑ und nicht nur das: Die meisten Personalmanager sind sich bewusst, dass es auch anders ginge: präventiver, proaktiver und progressiver. Dass die Instrumente dafür vorhanden sind, davon ist die „Community“ überzeugt. Doch oft fehlen wichtige Voraussetzungen für ein derartiges präventives, proaktives und progressives Personalmanagement: Es gibt keine Personalstrategie, die Wirkungsmacht der Akteure ist begrenzt, das Budget zu klein, die Zeit fehlt ‑ und so weiter und so fort.
Lesen Sie zu diesem Kapitel auch das Buch "Flexibilitätsorientiertes Personalmanagement" mit freundlicher Genehmigung des W. Bertelsmann Verlages.
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