Die Internationalisierung des Geschäftes ist nicht nur für die deutsche Großindustrie, sondern in zunehmendem Maße auch für mittelständische und kleinere, zumeist hoch spezialisierte Firmen ein wichtiges Kriterium für den langfristigen Unternehmenserfolg. Standen in der Vergangenheit z.B. Westeuropa, Nordamerika und Japan im Vordergrund, spielen nunmehr Osteuropa und in Asien natürlich China eine herausragende Rolle.
Daneben steht in zunehmendem Maße Indien im Fokus der Überlegungen - zu Recht, wenn man berücksichtigt, welche Chancen dieses Land bietet. Ein geschäftliches Engagement in Indien, obwohl faszinierend im Hinblick auf die Chancen, kann aber sehr schnell zu einem Abenteuer werden, wenn nicht im Vorfeld der Geschäftsaufnahme eine äußerst sorgfältige Vorbereitung, alle Aspekte Indiens betreffend erfolgt. Überraschenderweise kommt genau dieser Aspekt häufig viel zu kurz mit dem Resultat eines geschäftlichen Misserfolgs, hoher finanzieller Verluste und nicht selten bleibender Schäden, wie z.B. ein nachhaltiger Imageverlust.
Wie kann so etwas passieren? Die Antwort ist fast immer gleich: Unzureichende Kenntnis und mangelnde Vorbereitung. Hieraus ergibt sich eine direkt anschließende zweite Frage: Worauf muss man sich vorbereiten, welche Kenntnisse sich aneignen? Die Antwort: Alles, was Indien betrifft bzw. "Indien-spezifisch" ist. Diese Antwort mag recht plakativ klingen, spiegelt aber die Wirklichkeit wider: Wie die Untersuchung "Standort Indien" (Lit-Verlag 2005), die alle bereits in Indien ansässigen deutschen Firmen befragte, herausfand, ist "zu wenig Vorbereitung" der wichtigste Hauptgrund für etwaige Misserfolge.7 Zu den Aspekten, auf die man sich vorbereiten muss, gehören dabei nicht nur die wirtschaftlichen oder politischen Rahmenbedingungen, sondern ebenso die räumliche Beschaffenheit. Auch dieses belegt die o.g. Untersuchung: Genau die Hälfte aller befragten deutschen Firmen (!) gaben einen "schlechten/falschen Standort" als Hauptgrund für ein mögliches Scheitern in Indien an. Der Begriff "Standort" ist dabei nicht nur auf den indischen Absatz-, sondern ebenso auf den indischen Beschaffungsmarkt anzuwenden.
Lesen Sie das Kapitel "Die Wirtschaftsgeographie Indiens" von Dr. Johannes Wamser und Peter Sürken aus dem Buch "Einkaufen und Investieren in Indien" mit freundlicher Genehmigung des CfSM - Centrum für Supply Management.
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