Deutsche Mittelständler zeigen in China Gesicht
Kaum eine Branche in China ist derzeit so von Wachstum geprägt wie die Public Relations (PR). Vor zwei Jahrzehnten noch als klassisches Propaganda-Mittel abgestempelt, hat sich die PR zu einer stark wachsenden und anerkannten Disziplin entwickelt. Laut einem Bericht der China International Public Relations Associations (CIPRA) erzielte die Branche 2006 ein Umsatzvolumen von acht Milliarden Yuan, was rund 736 Millionen Euro entspricht. Mit Olympia unmittelbar vor der Tür, wird der Umsatz für dieses Jahr im Vergleich zu 2006 um geschätzte 30 Prozent steigen.
Die ersten internationalen Agenturen entdeckten 1984 den chinesischen Markt für sich. Heutzutage wetteifern rund 2.000 Agenturen mit über 20.000 Mitarbeitern um die Gunst der Kunden - insbesondere um internationale Konzerne, die längst erkannt haben, dass ein positives Image auch finanzielle Früchte trägt. Doch auch einheimische Unternehmen und viele mittelständische Betriebe setzen zunehmend auf Öffentlichkeitsarbeit, ganz nach dem Motto: Nomen est Omen. Entsprechend der verschiedenen Auftraggeber und ihrer unterschiedlichen Anforderungen wächst auch die Spezialisierung und Branchenfokussierung der Agenturen im Markt.
Für einen mittelständischen Automobilzulieferer aus Deutschland beispielsweise ergeben sich bei Markteintritt ganz andere Fragen als bei Großkonzernen, denen ihr Ruf voraus eilt. So ist der chinesische Markt für mittelständisch geprägte Unternehmen aus dem Ausland unüberschaubar und impliziert grundlegende Fragen nach der sinnvollen Verwendung von Symbolen, Slogans und Farben. Soll der Firmenname ins Chinesische mit Hilfe einer passenden Transkription übersetzt werden, auch wenn die Vorgaben aus Deutschland ein weltweit einheitliches Corporate Identity vorschreiben?
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