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media_asset_management_kampffmeyer.pdfMedia Asset Management
Dr. Ulrich Kampffmeyer
Sarah Risse
PROJECT CONSULT
Unternehmensberatung Dr. Ulrich Kampffmeyer GmbH
Hamburg April 2007
Media Asset Management
Media Asset Management
Dr. Ulrich Kampffmeyer
Geschäftsführer der PROJECT CONSULT Unternehmensberatung GmbH
Mitglied der Geschäftsführung der DLM Network EEIG, Worcester
Sarah Risse
Beraterin der PROJECT CONSULT Unternehmensberatung GmbH
Media Asset Management
Im Zuge der fortschreitenden Multimedialisierung in unserem Informations- und
Medienzeitalter wird es immer wichtiger, multimediale Inhalte wie Bilder, Grafiken,
Audios, Videos, technische Zeichnungen, Layouts und Präsentationen, die in den
unterschiedlichsten Formaten vorkommen, optimal zu verwalten. Mit der
wachsenden Verbreitung von Informationen in multimedialer Form – man betrachte
z.B. die Verwendung von Webcasts oder Videos on Demand zur Kundeninformation
oder Elearning Angebote zur internen Weiterbildung oder zu Schulungszwecken – ist
die Verwaltung von Medienobjekten nicht länger nur ein Thema für
Medienunternehmen sondern auch für Organisationen, deren primäres Ziel nicht die
Erstellung oder der Vertrieb von medialem Inhalt ist.
Brauchen letztere aber ein Media Asset Management (MAM) System oder können
die multimedialen Inhalte in einem herkömmlichen Enterprise Content Management
(ECM) System mitverwaltet werden? Was sind überhaupt die Unterschiede zwischen
MAM und ECM, falls es sie gibt? Können mit einem ECM System nicht die gleichen
Informationsobjekte verwaltet werden wie mit einem Media Asset Management
System?
Definitionen
In der Finanzwelt bezeichnet das Asset Management die Vermögenswertverwaltung.
Das Media Asset Management versucht die Vermögenswerte, die
Medieninformationsobjekte für ein Unternehmen darstellen, zu verwalten und zur
optimalen Nutzung zur Verfügung zu stellen. Ziel des Media Asset Managements ist
somit, ein effektives und effizientes Management von multimedialen Informationen zu
ermöglichen und dadurch einen wirtschaftlichen Nutzen und Wettbewerbsvorteile zu
erzielen. Medien sollen wieder verwertbar, auffindbar und cross-medial einsetzbar
verwaltet werden. Die Verwaltung von Medieninformationsobjekten wird oft auch als
Digital Asset Management bezeichnet. Dies wird als Synonym zu MAM gesehen.
Ein Media Asset ist grundsätzlich eine Form von Content. Content ist Information in
strukturierter, schwach strukturierter und unstrukturierter Form, die in elektronischen
Systemen zur Nutzung bereitgestellt wird. Ein Media Asset besteht zum einen aus
medialen unstrukturierten Informationsobjekten wie Bildern, Grafiken, Präsentationen
oder Rich-Media-Inhalten wie Audio und Video, zum anderen aus strukturierten
Metainformationen. Die Bezeichnung Rich-Media bezieht sich auf digitale, interaktive
Inhalte und wird weitestgehend synonym mit dem Begriff Multimedia verwendet. Erst
Kunde: Competence Site Projekt: Fachbeitrag Autor: Kff, SR
Thema: MAM Topic: Media Asset Management Status: Fertig
Datei: Media Asset Management Datum: 07.05.2007 Version: 1.0
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Media Asset Management
durch das Hinzufügen der strukturierten Metadaten wird aus einem
Medieninformationsobjekt, welches lediglich Informationen darstellt, ein
„wertbehaftetes Asset“, welches verfügbar, recherchierbar, wieder verwendbar und
handhabbar wird. Die strukturierten Metadaten beinhalten beispielsweise
Informationen zum Autor, zu Urheberrechten, Erstellungsdatum und Format-
informationen sowie Informationen zum Farbmanagement und Inhaltsbe-
schreibungen.
Zur Verwaltung und Bereitstellung von Media Assets können Media Asset
Management Systeme eingesetzt werden, die versuchen, den speziellen
Anforderungen der Medienbranche und den Besonderheiten in der Verwaltung
multimedialer Inhalte gerecht zu werden.
Was macht ein Media Asset Management System aus?
Das Media Asset Management sorgt für die Aufnahme, Speicherung,
Kategorisierung, Indizierung und Bereitstellung von Media Assets mit der Prämisse,
eine hohe Bearbeitungsgeschwindigkeit und eine optimale Wiederverwendung zu
ermöglichen. Ein Media Asset Management System verwaltet beliebige Inhalte über
Metadaten und Datenbanken.
Über die Kernfunktionalitäten eines Content Management Systems hinaus – die
Bereitstellung eines Repository, den Metadaten-Index, eine Search Engine, ein
Zugriffs- und Berechtigungssystem und Workflow oder Collaboration – verfügt ein
MAM-System über weitere für den Einsatz in der Medienwelt typische
Funktionalitäten.
MAM-Systeme sind auf hohe Skalierbarkeit zur Speicherung sehr großer
Datenmengen und für den Umgang mit sehr großen Dateien ausgelegt. Sie verfügen
über Funktionen zur Bildbearbeitung mit Features wie Resizing, Farbkonvertierung
und Konverter für Media-Formate, um den gespeicherten Content in
unterschiedlichen Formaten für die Online-Nutzung und die Distribution zur
Verfügung zu stellen. Zur Handhabung der speziellen visuellen Inhalte verfügen
MAM-Systeme in der Regel über Bilderkennungsverfahren zur ähnlichkeitsbasierten
Suche und neben Text Indizierung z.B. auch über Funktionen zur Video Indexierung.
Grundsätzlich können MAM-System danach unterschieden werden, ob sie intern
eingesetzt werden, als Partnersysteme oder aber als öffentliche Systeme mit
Vertriebfunktionen. Mit der Nutzung über Unternehmensgrenzen hinweg wachsen die
Sicherheitsanforderungen und vor allem die Anforderungen an die Wahrung von
Urheberrechten. In dem Zusammenhang können als typische mögliche Features
Watermarks, Digital Rights Management und Usage Tracking gesehen werden.
Systeme, die zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden, sind zudem in der
Regel mit eProcurement-Komponenten zur Abrechnung der Nutzung von Assets
ausgestatte.
MAM-Systeme verwalten nicht nur elektronisch vorliegende Informationen sondern
können auch als Referenzsystem für physisch vorliegende Objekte mitgenutzt
werden. Dies erlaubt eine einheitliche, medientypunabhängige Verwaltung von
Assets.
Ein weiterer integraler Bestandteil ist das „CrossMedia-Publishing“. Mit dieser
Eigenschaft kann ein MAM-System gleichen Inhalt über unterschiedliche technische
Kanäle publizieren. Nach dem Motto „create once, publish everywhere“ können
Kunde: Competence Site Projekt: Fachbeitrag Autor: Kff, SR
Thema: MAM Topic: Media Asset Management Status: Fertig
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beispielsweise die Bereiche Druck, Internet und Multimedia mit gleichem Inhalt aus
dem MAM-System bedient werden. Unter gleichen Gesichtspunkten ist auch Content
Syndication, die mehrfache Nutzung von Inhalten auf verschiedenen Anbieterseiten
mit unterschiedlicher Visualisierung und Informationszusammenstellung zu sehen.
Voraussetzung dafür ist die Speicherung der Inhalte in medienneutralen Formaten,
aus denen für die unterschiedlichsten Anwendungszwecke die benötigten Formate
automatisch generiert werden können.
Wo liegen die Unterschiede zwischen ECM und MAM?
Die Unterschiede zwischen ECM und MAM resultieren aus ihrer Entwicklungs-
geschichte.
Dokumenten Management ist für den Zweck geschaffen worden, den juristischen
und geschäftsprozessrelevanten Dokumentenbestand eines Unternehmens
verwalten zu können.
Diese dokumenten-orientierten Systeme waren zunächst nicht dafür gemacht, den
Anforderungen aus dem Bereich der Medien-Unternehmen gerecht zu werden. Aus
dieser Lücke heraus ist Media Asset Management heraus entstanden, um den Wert
des Unternehmens in Form von Texten, Grafiken, Bildern und Rich-Media-Formaten
verwalten zu können und verfügbar zu machen.
Herkömmliche ECM-Systeme können grundsätzlich jegliche Form digitaler Daten
managen, auch die Dateiformate, auf die MAM-Systeme spezialisiert sind; sie
verfügen aber in der Regel nicht über die Anzeige-, Bearbeitungs- und
Konvertierungsfunktionalitäten die ein MAM-System bereitstellt. Media Asset
Management konzentriert sich demnach auf einen relativ kleinen, sehr spezialisierten
Bereich in der ECM-Landschaft.
Ständige Verfügbarkeit und kommerzielle Nutzbarmachung der Informationsobjekte
stehen beim Media Asset Management an erster Stelle. Aus diesem Grund
unterscheiden sich ECM und MAM auch auf technischer Ebene.
Anders als bei einem MAM-System wird ein herkömmliches ECM-System in der
Regel mit einer Referenzdatenbank realisiert, die im Index Referenzen der
Informationsobjekte speichert. Das MAM-System dagegen speichert die
Informationsobjekte direkt in spezialisierten Datenbanken, welche auch eine höhere
Performance in Bezug auf die Verfügbarkeit mit sich bringen. Um die Verfügbarkeit
auch bei stark frequentierten Systemen garantieren zu können, werden im MAM
Informationsobjekte auch redundant gehalten. Bei ECM-Systemen wird dies nach
Möglichkeit aus Konsistenz-, Zugriffsschutz- und Verwaltungsgründen vermieden.
Die redundante Datenhaltung zur Verbesserung der Verfügbarkeit geht einher mit
Load-Balancing-Komponenten, die die Anfragelast optimal auf die verschiedenen
Datenbanken verteilen.
Kunde: Competence Site Projekt: Fachbeitrag Autor: Kff, SR
Thema: MAM Topic: Media Asset Management Status: Fertig
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