Schon seit 1997 sind JIT/JIS-Montageleitsysteme der Fa. ISTEC in den Montage-Werken des Zulieferers GmbH im Einsatz. Inzwischen sind es acht solcher Systeme, mit denen Fahrzeugteile von vier verschiedenen Montagewerken für mehrere Baureihen der genannten Automobilhersteller geliefert werden.
Das ISTEC-PLS ist ein komponentenorientiertes Produktions-Logistik-System, das im Einsatz bei dem Zulieferer das Auftragsmanagement, die JIT/JIS-Montagesteuerung und die Lieferung der vom Endkunden bestellten Module abwickelt. Alle produktiven Systeme basieren einheitlich auf dem ISTEC-Standard-Framework und sind dennoch auf spezifische Anforderungen angepasst.
Während Daimler und Porsche ihre Abrufdaten gemäß VDA 4916 verschicken, verwenden VW und Audi das EDIFACT DELJIT Abrufverfahren. Abhängig von den Strategien der Autobauer in ihren jeweiligen Endmontagen müssen die zu liefernden Module verschieden „gebündelt“ und in den Versandgestellen bereitgestellt werden. Trotz einer Vielzahl unterschiedlicher Anforderungen und Parameter ist es gelungen, mit dem ISTEC-PLS ein JIT/JIS-Montageleitsystem zu implementieren, das einerseits alle diese Anforderungen erfüllt und dennoch für den Betreiber ein einheitliches, transparentes Bild der Prozesse und Abläufe bietet.
Die einschneidende Anpassung 2009 an neue Gegebenheiten und Anforderungen war die Erweiterung des PLS auf die sogenannte LAW-Datenstruktur. Mit "LAW" (Lieferabwicklung) wird ein Verfahren bezeichnet, das mit einem deutlich geringeren Umfang an Stücklistendaten auskommen wird. Die Innovation dabei ist, dass in den Abrufdaten nicht die Endartikel gelistet werden, sondern Komponenten, die erst als Zusammenbau den zu liefernden Endartikel ergeben. Voraussichtlich bereiten alle Automobilhersteller gleiche oder ähnliche Verfahren vor.
Für das ISTEC-PLS wurde eine Abwicklung konzipiert, die parallel sowohl die alte, stücklistenorientierte als auch die neue, komponentenorientierte Datenstruktur verarbeiten kann. Inzwischen wurden zwei ISTEC-PLS-Systeme auf dieses neue Verfahren umgestellt.
Mit dem neu bestellten JIT/JIS-Montageleitsystem der ISTEC sollen demnächst Fahrzeugteile für die ersten Vorserienmodelle der Baureihen F10, F11 und M5 an das BMW-Werk in Dingolfing geliefert werden. BMW-spezifische Anforderungen bei der DELJIT-Verarbeitung, bei der Farbcode-Behandlung und bei der Lieferscheinerstellung verhindern auch hier den Einsatz einer reinen Standard-Lösung, sondern sprechen erneut für eine ISTEC-Lösung auf Basis der vorhandenen, einheitlichen System-Architektur. Bereits vor Jahren wurde von der Logistik- und IT-Abteilung angestrebt, das ISTEC-PLS als strategisches System im JIT/JIS-Bereich einzusetzen. Ziel war eine Vereinheitlichung der Systemwelten bzgl. Hard- und Software-Architektur, Administration, Bedieneroberfläche, Customizing und Wartbarkeit, wodurch eine Reduzierung der System- und Wartungskosten sowie des Schulungsaufwands für die Systembetreuer erreicht werden sollte.
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