Den zweiten Schritt vor dem ersten zu gehen, war der Schlüssel zum Erfolg: Genau zu spezifizieren, was und wie das ERP-System arbeiten soll, folgt meistens erst nach der Kaufentscheidung. Für Bruno Marzini, Prokurist der C.F. Maier GmbH & Co. KG, lag der Königsweg zu einem neuen System in der prozessorientierten Betrachtung der angestrebten Intercompany-Lösung.
Es war ein kurzer Weg zu einer langfristig wichtigen Entscheidung: Mitte Dezember 2003 gab die Geschäftsführung grünes Licht für die Beschaffung eines neuen ERP-Systems. Am 4. März 2004 kamen alle Geschäftsführer und Prokuristen der acht Gesellschaften wieder zusammen um zu entscheiden. An den Tagen davor hatten sie einen Blick in die Zukunft geworfen und in einem realitätsnahen Szenario „life“ erlebt, wie die drei Systeme, die nach der Vorauswahl noch im Rennen waren, die Geschäftsprozesse steuern würden.
In einem drei mal acht Stunden Marathon durchlebten dreißig Manager und Key User die unternehmensübergreifende Verkettung der Funktionen, vom Auftragseingang über die Disposition und Produktion, die Lieferung auf Abruf, die Fakturierung, Buchung und schließlich die Konsolidierung des Gruppenumsatzes. Wäre da nicht die Hürde gewesen, den Auftragseingang in der Vertriebsgesellschaft zu buchen und zu bestätigen, in der zweiten, der Produktionsgesellschaft, zu disponieren, in einer dritten, einer ausländischen Schwester-Gesellschaft Teile zu fertigen, über ein viertes, ein Logistik-unternehmen „just-in-time“ zu liefern und - last but not least - die Ergebnisrechnung in einer fünften, der Management-Gesellschaft, durchzuführen, dann wäre alles „Standard pur“ gewesen. Unter diesen Bedingungen aber war es ein faszinierender Wettkampf der Besten unter den ERP-Systemen.
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