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Die CMS-Welt: Konsolidierung, Open Source und andere Herausforderungen

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21.6.2004
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Veröffentlichungsdatum :
6.2004
Inhalte
Abstract / Inhalt:
Das Geschäftsfeld der Content Management Systeme befindet sich momentan in einer Umbruchsphase: Zum einen wird der Markt mehr und mehr bereinigt, d.h. kleinere Systeme von großen Anbietern übernommen. Zum anderen reicht reines Web Content Management längst nicht mehr aus, da Unternehmen ihre Informationsbestände ganzheitlich verwalten möchten. Hier greift Enterprise Content Management, aber selbst dieser Ansatz scheint bereits überholt.

Welche neuen Technologien den CMS-Markt bestimmen werden und welche Nachteile weniger flexible Systeme wie IBM oder SAP haben, erläutert Irja Wichert in diesem E-Interview. Außerdem zeigt Irja Wichert, warum Open Source CMS-Systeme den kommerziellen Anbietern nicht das Wasser reichen können.
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Der/die Autor(en)
Insgesamt: 1
Irja Wichert
Experte
Person
Vignette Deutschland GmbH
Irja Wichert ist seit 1. März 2004 bei Vignette als Business Sales Director für Zentral- und Osteuropa tätig. Zuvor war sie fünf Jahre als Geschäftsführerin der Tower Technology GmbH an deren Aufbau maßgeblich beteiligt. Das Unternehmen Tower Technology wurde am 1. März von Vignette über­nommen. In der IT-Branche arbeitet Irja Wichert seit über 20 Jahren, die letzten 10 Jahre in Management-Funktionen. Sie verfügt über umfangreiches Wissen und Erfahrung im Enterprise Content Management und [...]
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Netskill AG / www.competence-site.de / Juni 2004




Die CMS-Welt:
Konsolidierung, Open Source und andere Herausforderungen




                  E-Interview mit Irja Wichert,
                  Business Sales Director, Central & Eastern Europe




Kurzeinführung in das Titel-Thema:

Das Geschäftsfeld der Content Management Systeme befindet sich momentan in
einer Umbruchsphase: Zum einen wird der Markt mehr und mehr bereinigt, d.h.
kleinere Systeme von großen Anbietern übernommen. Zum anderen reicht reines
Web Content Management längst nicht mehr aus, da Unternehmen ihre
Informationsbestände ganzheitlich verwalten möchten. Hier greift Enterprise Content
Management, aber selbst dieser Ansatz scheint bereits überholt.

Welche neuen Technologien den CMS-Markt bestimmen werden und welche
Nachteile weniger flexible Systeme wie IBM oder SAP haben, erläutert Irja Wichert in
diesem E-Interview. Außerdem zeigt Irja Wichert, warum Open Source CMS-
Systeme den kommerziellen Anbietern nicht das Wasser reichen können.
Netskill AG / www.competence-site.de / Juni 2004

Competence Site:

Seit wann ist Vignette im CMS-Bereich tätig und welche Technologien deckt die
Produktpalette – auch über reines Content Management hinaus – ab? Wie wurde der
Sprung vom reinen Web-Content-Managementsystem (WCM) zum Enterprise-
Content-Managementsystem (ECM) geschafft?



Irja Wichert:

Vignette ist ein Pionier im Web Content Management. Das 1995 gegründete
Unternehmen verfügt auf diesem Gebiet über mehr Erfahrung und Know-how als
jedes andere Unternehmen, das derzeit auf dem Markt vertreten ist. Durch
Firmenübernahmen und eine Reihe anderer förderlicher Maßnahmen verfügt
Vignette über eine fundierte Kompetenz in Bereichen wie Web Content Management,
Bereitstellung von Portalen, Integration von Informationen, Collaboration, Workflow,
Content-Analyse, Records- und Dokumentenmanagement sowie
Bilddokumentenverarbeitung. Diese Applikationsservices können sowohl als
Einzelmodule als auch als Komplettlösung implementiert werden. Sie basieren auf
Standards und sind modular aufgebaut, so dass alle Module miteinander oder mit
Technologiekomponenten von anderen Anbietern kombiniert werden können, die
bereits in der IT-Infrastruktur eines Unternehmens vorhanden sind.


Web Content Management ist eine Unterkategorie von Enterprise Content
Management. Unter Enterprise Content Management versteht man eine Reihe von
Technologien, die Organisationen bei der Definition und Verwaltung aller in ihrem
Unternehmen vorhandenen Informationsbestände unterstützen. Dabei kann es sich
sowohl um strukturierte (in einer Datenbank enthaltene) Informationen als auch um
unstrukturierte Informationen, digitale Video-Clips, Web-Content, Dokumente oder
auch Images handeln. Die Entwicklung von Web Content Management zu Enterprise
Content Management zeichnete sich vor zwei bis drei Jahren ab, als Unternehmen
anfingen, eine Lösung zu suchen, mit der sie nicht nur Web-Content, sondern alle
Informationen ganzheitlich in einer integrierten Lösung verwalten können. Mit seinem
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umfassenden Angebot an Applikationsservices ist Vignette einer der führenden
Anbieter auf dem ECM-Markt.


Competence Site: Konsolidierung

Unter den Anbietern von Content-Management Systemen herrscht derzeit der Drang
und auch die Notwendigkeit, sich zu konsolidieren. Letzter großer Coup war
sicherlich die Übernahme von Gauss durch Opentext. Auch Vignette mischt im
Übernahmekarussell als „Big Player“ kräftig mit. Welche Erfahrungen hat Vignette
sammeln können und wurden die dadurch erwarteten Wettbewerbsvorteile
tatsächlich erreicht? Was erwarten Sie noch an Marktentwicklungen und wie aktiv
werden Sie dabei sein?



Irja Wichert

Seit der Übernahme von Gauss durch Open Text gab es auf dem CMS-Markt eine
Reihe größerer Akquisitionen. Hierzu zählt insbesondere Vignettes Übernahme von
Tower Technology, einem globalen Anbieter von Lösungen für Dokumenten- und
Records-Management. Zuvor hatte Vignette bereits die Unternehmen Epicentric
(Portale), Intraspect (Collaboration) und Revenio (Interaktionsmanagement)
übernommen und verfügt damit über eine leistungsstarke Palette integrierter
Funktionalitäten für das Management und die Bereitstellung von Informationen.

Aus diesem Grund belegte das Unternehmen kürzlich einen Spitzenplatz im von
Gartner veröffentlichten Magic Quadrant für den SES-Markt (Smart Enterprise Suite)
und wurde dabei als der führende Visionär eingestuft. Dies ist eine eindrucksvolle
Bestätigung für Vignettes Eingehen auf Kundenbedürfnisse, die visionäre
Branchenperspektive und die Integration extrem skalierbarer Portal-, Collaboration-
und Enterprise Content Management-Lösungen in eine zusammenhängende Smart
Enterprise Suite. http://mediaproducts.gartner.com/reprints/vignette/120991.html

Ein Aspekt der Akquisitionsstrategie von Vignette ist die Konzentration auf
Unternehmen mit komplementären Lösungen, die minimale funktionale
Überschneidungen aufweisen und auf einer J2EE-Architektur basieren. Dies
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ermöglichte nicht nur eine schnelle Integration, sondern trug auch zur Vermeidung
von Redundanzen in vorhandenen Produkten bei, wodurch die Investitionen der
bestehenden Kunden geschützt blieben und das ihnen zur Verfügung stehende
Lösungsangebot erweitert werden konnte.

Vignette ist überzeugt, dass das Unternehmen jetzt über die wesentlichen
Komponenten verfügt, um seine Vision der Information Value Chain umzusetzen, die
sowohl dem Angebot als auch der Nachfrage nach Informationen gerecht wird. Damit
haben Unternehmen die Möglichkeit, unstrukturierte Informationen zu verwalten bzw.
zu kontrollieren und mit halbstrukturiertem oder strukturiertem Content in
vorhandenen Datenbeständen oder Geschäftsapplikationen innerhalb und außerhalb
des Unternehmens zu kombinieren. Diese können anschließend im Kontext und
unter Berücksichtigung der jeweiligen Relevanz den verschiedenen
Informationskonsumenten - Mitarbeitern, Kunden, Partnern und Lieferanten - zur
Verfügung gestellt werden.




Competence Site: Open Source

Wie ist Ihre Einschätzung bezüglich Open Source CMS-Systemen: Welchen
Stellenwert haben die nicht-kommerziellen Alternativen wirklich und welche dieser
Systeme stellen eine echte Konkurrenz für die kommerziellen Varianten dar?



Irja Wichert:

Open Source CMS-Systeme haben sicher ihren Platz auf dem Content-
Management-Markt. Wie jedes andere Tool müssen sie jedoch richtig eingesetzt
werden. Es ist wahrscheinlich sinnvoll, Open Source CMS-Systeme in den Kontext
der übrigen Open Source-Initiativen zu stellen. Durch den Erfolg von Linux wurde bei
einigen Unternehmen die falsche Erwartung geweckt, dass man zuverlässige,
skalierbare und mit allen Funktionen ausgestattete Software kollaborativ entwickeln
und kostenlos verteilen könnte. Dabei darf man jedoch die Größenordnung nicht aus
den Augen verlieren. Für 2004 schätzt man die Anzahl der ausgelieferten Linux-
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Betriebssysteme auf mehr als 4 Millionen. Bei einer so großen Anzahl von Benutzern
und Entwicklern muss die von Open Source gelieferte Software durchaus von hoher
Qualität sein.

Im Zusammenhang mit diesem Artikel muss diese Zahl jedoch mit dem CMS-Markt
verglichen werden. Die Anzahl der Unternehmen, die in diesem Jahr CMS-Systeme
kaufen oder gekauft haben, liegt deutlich unter 4 Millionen. Nur ein Bruchteil dieser
Unternehmen setzt Open Source-Lösungen ein. Mit mehreren hundert, vielleicht
(aber unwahrscheinlich) mehreren tausend Benutzerunternehmen ist die Anzahl von
Entwicklern, die aktiv Open Source CMS-Systeme entwickeln, ziemlich gering. Es ist
unwahrscheinlich, dass jemals die kritische Masse erreicht wird, die ausreicht, um
die Entwicklung von Software der kommerziellen Klasse attraktiv zu machen.

Für wen also kommt Open Source CMS in Frage? Open Source eignet sich am
sinnvollsten als Ausgangspunkt für Unternehmen, die entschieden haben, ihre CMS-
Lösung intern zu entwickeln. Bei Individuallösungen können durch Open Source
potenziell mehrere Monate an Entwicklungsaufwand eingespart werden. Dabei muss
eine Firma, die Open Source einsetzt, über eine ausreichende Anzahl talentierter
Entwickler verfügen, um die jeweilige Lösung implementieren und unterstützen zu
können. Es ist ein Fehler, Open Source-Lösungen einzusetzen, um Geld zu sparen:
Alle Einsparungen, die man anfangs erzielt, werden durch die laufenden
IT-Entwicklungs- und Wartungskosten mehr als aufgezehrt. Ebenso ist es falsch, auf
solche Lösungen zu setzen, wenn die Anzahl oder Qualifikation der vorhandenen
IT-Entwickler nicht ausreicht, da auch hier die zunächst erreichten Einsparungen
durch Beratungs- und Support-Kosten aufgefressen werden.




Competence Site: Plattform-Anbieter

IBM, Oracle, SAP und andere bieten in ihren Plattformen immer leistungsfähigere
CMS-Funktionalitäten an. Welche Rolle hat diese Entwicklung für die Spezialisten?
Netskill AG / www.competence-site.de / Juni 2004



Irja Wichert:

Die Tatsache, dass einige der größeren Technologieunternehmen ihre Produkte der
ersten Generation auf dem Markt anbieten, ist für Vignette und unsere Kunden ein
spannender Moment. Gleichzeitig unterstreichen die größeren Anbieter damit die
Bedeutung dieses Marktsegments und forcieren die Kundennachfrage. Andererseits
verhalten sich Unternehmen eher zögerlich, wenn es darum geht, sich auf einen
einzigen Technologie-Stack wie den von IBM oder SAP angebotenen festzulegen.
Unternehmen suchen eine Lösung, die mit jedem Betriebssystem oder
Applikationsserver zusammenarbeiten kann, ganz gleich, ob es sich dabei um J2EE,
.NET, Linux oder WebSphere oder WebLogic handelt: Nur Vignette ist hierzu in der
Lage.


Vignette ist stolz auf seine Fähigkeit, sich an die Infrastruktur und Geschäftsprozesse
des Kunden anpassen zu können, während die Plattformanbieter die Kunden dazu
zwingen möchten, ihr Unternehmen an die Plattform anzupassen.

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