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Konzeption eines zweistufigen Verfahrens zur Verrechnung von IT-Prozesskosten

 
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Beschreibung

Zunehmend werden Unternehmensabläufe durch den Einsatz von IT unterstützt und automatisiert. Lange Zeit wurde ausschließlich der Nutzen der Automatisierung beachtet und die damit verbundenen Kosten ignoriert (siehe auch Gadatsch und Tiemeyer (Hrsg.), 2007, 6.1.2). Durch zunehmende IT Unterstützung steigen jedoch auch die Gemeinkosten eines Unternehmens. Anfallende Gemeinkosten sind zu identifizieren und möglichst verursachungsgerecht auf Kostenträger zu verteilen. Für diese Verteilung der fixkostenlastigen IT-Gemeinkosten bietet sich eine Vollkostenrechnung an, denn sie verrechnet sowohl variable als auch fixe Kosten direkt auf die Kostenträger. Die Kalkulation von Verrechnungspreisen ist auf Plankostenbasis durchzuführen, sie kommt der Forderung nach einer vorausschauenden Lenkungs- und Kontrollfunktion nach (vgl. Gerberich, 2005, S. 519). In einem solchen Umlageverfahren können die umgelegten IT-Kosten, wenn überhaupt, nur rechnerisch durch die Fachbereiche des Unternehmens nachvollzogen werden. Die bloße Verteilung der Kosten wird von ihnen in der Regel als willkürlich und ungerecht empfunden. In Folge dessen wird die IT selbst als Kostentreiber wahrgenommen. Um diesem Problem zu begegnen, wurden in den letzten Jahren viele IT-Abteilungen völlig neu ausgerichtet. Ein fundamentaler Paradigmenwechsel von reiner IT-Kostenumrechnung auf interne IT-Leistungsverrechnung wurde umgesetzt. IT-Abteilungen wurden zu Profitcentern, vom Hard- und Software-Verwaltern zu wertgeschätzten Dienstleistern für die anderen Abteilungen oder sogar für externe Dienstleitungen. Die Möglichkeit Dienstleistungen auch extern verkaufen zu können, spielt hierbei zunächst keine zentrale Rolle. Vielmehr ist das Benchmarking der zur Verfügung gestellten IT-Services mit externen Dienstleistern zu ermöglichen (siehe auch Gadatsch und Tiemeyer (Hrsg.), 2007, 6.4.5).

Der Benchmarking-Gedanke bedingt vergleichbare IT-Produkte. Für diesen Zweck haben sich zwei umfangreiche Rahmenwerke als Quasi-Standard durchsetzen können. Dies sind zum einen die IT Infrastructure Library (ITIL) und zum anderen das CoBIT-Rahmenwerk (Control Objectives for Information and related Technology). Sie definieren Prozesse und Kennzahlen für IT-Services. Nachfolgend soll gezeigt werden wie IT-Prozesse, egal ob nach ITIL oder CoBIT, auf die Fachbereiche eines Unternehmens und von dort weiter auf die Kostenträger des Unternehmens verrechnet werden können. Dies soll möglichst verursachungsgerecht und nachvollziehbar erfolgen. Dafür soll ein Verfahren zur Leistungsverrechnung entwickelt werden. Als Werkzeug kommt die Plankostenrechnung in Kombination mit der Prozesskostenrechnung (PKR) zum Einsatz. Die Verteilung der IT-Kosten auf diese Weise ist nicht neu, wohl aber die Berücksichtigung der genannten Rahmenwerke in diesem Zusammenhang.

Es sollen folgende Probleme bisheriger Verrechnungsverfahren gelöst werden:
  • Die durch IT-Einsatz verursachten Gemeinkosten können zwar rechnerisch nachvollzogen werden, verständlich für die Fachbereiche werden die Kosten hierdurch aber noch nicht.
  • Eine verursachungsgerechte Verrechnungsmethode wird benötigt.

Was ist eigentlich Verursachungsgerechtigkeit? Ist es wirklich verursachungsgerecht wenn Kosten per Leistungsverrechnung auf eine Kostenstelle verteilt werden, aber nicht nachvollzogen werden kann, welchem Kostenträger des Unternehmens die Kosten eigentlich zugerechnet werden sollten? Verursachungsgerecht sollte heißen, Gemeinkosten bis auf einen Kostenträger des Unternehmens, nicht nur auf eine Kostenstelle, zu verrechnen.

  • Gemeinkosten sollen transparent bis auf die Kostenträger des Unternehmens verrechnet werden.

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